Weitspannträger bilden das Primärtragwerk vieler Hallen, Produktionsstätten und großflächiger Dachkonstruktionen. Sie überbrücken große Stützenabstände, schaffen freie Grundrisse und ermöglichen flexible Nutzungskonzepte – von der Logistikhalle bis zur Sportstätte. Im Lebenszyklus solcher Tragwerke entstehen vielfältige Aufgaben: Planung, Montage, Instandhaltung, Sanierung und – am Ende – selektiver Rückbau. Gerade beim Rückbau von Stahlbeton- oder Spannbetonträgern spielen kontrollierte, sprengmittelfreie Verfahren eine zentrale Rolle, bei denen Betonzangen für selektiven Rückbau sowie Stein- und Betonspaltgeräte für Hallenrückbau der Darda GmbH in typischen Einsatzbereichen wie Betonabbruch und Spezialrückbau sowie Entkernung und Schneiden angewendet werden.
Definition: Was versteht man unter Weitspannträger
Als Weitspannträger werden Träger bezeichnet, die große Spannweiten zwischen Auflagern überbrücken und damit große, stützenfreie Bereiche ermöglichen. Je nach Nutzung und Bauart beginnen solche Spannweiten häufig ab etwa 12–15 Metern und reichen in Hallen- und Sonderkonstruktionen bis deutlich über 40 Meter. Weitspannträger treten als Einzelträger oder Binder, als Fachwerkkonstruktion, als Hohlkasten- oder Plattenbalken sowie als vorgespannten Stahlbeton- oder Verbundträger auf. Sie tragen Eigenlasten, Nutzlasten, Wind- und Schneelasten ab und leiten diese über Knotenpunkte, Lager und Stützen in das Fundament ein. Charakteristisch sind hohe Steifigkeitsanforderungen zur Begrenzung von Durchbiegungen und Schwingungen sowie erhöhte Anforderungen an Anschlüsse, Brandschutz und Dauerhaftigkeit.
Konstruktion, Materialien und Querschnittsformen
Weitspannträger werden aus unterschiedlichen Werkstoffen und in verschiedenen Querschnittsformen ausgeführt. Die Wahl hängt von Spannweite, Lastniveau, Bauzeit, Verfügbarkeit und dem geforderten Brandschutz ab.
Materialien
- Stahlbeton und Spannbeton: monolithische Balken, Plattenbalken, Rippen- und Hohlkastenträger; bei großen Spannweiten oft mit Vorspannung zur Reduktion von Durchbiegung und Rissbreite.
- Stahl: Walz- oder geschweißte Querschnitte, Fachwerkträger mit Zug-/Druckstäben; vorteilhaft bei hohem Verhältnis von Eigengewicht zu Tragfähigkeit.
- Holz und Holzverbund: Brettschichtholz-Binder (Leimbinder) und Verbundlösungen, häufig im Hallenbau wegen günstiger Eigengewichtseigenschaften und guter Brandbemessbarkeit.
- Verbundbau: kombinierte Querschnitte, beispielsweise Stahlträger mit Ortbetonplatte oder Beton in Druckgurtbereichen, um Materialvorteile zu nutzen.
Typische Querschnitte und Systeme
- Vollwandträger: rechteckiger Balken, T- oder Doppel-T-Querschnitte, Plattenbalken für große Auflagerreaktionen und Querkraft.
- Hohlkastenträger: hohe Torsionssteifigkeit, schlank bei großen Spannweiten; oft als Fertigteile oder geschweißte Stahlkästen.
- Fachwerkträger: Stäbe in Zug/Druck mit Knotenpunkten; effizient, wenn Materialeinsatz minimiert werden soll und Installationen durch das Traggerüst geführt werden.
- Vierendeel- bzw. Rahmensysteme: biegesteife Rahmenknoten, wenn Öffnungen und Durchgänge ohne Diagonalen erforderlich sind.
Tragverhalten und Bemessungskriterien
Das Tragverhalten von Weitspannträgern wird durch Schnittgrößen (Biegemomente, Querkräfte, ggf. Torsion) und Verformungen bestimmt. Eine ausgewogene Planung betrachtet das Zusammenspiel aus Träger, Pfetten, Aussteifung und Auflager.
Lasten und Schnittgrößen
Eigengewicht, Nutzlasten, Wind- und Schneelasten erzeugen maßgebliche Biegemomente. Querkräfte dominieren im Auflagerbereich; Torsion entsteht bei exzentrischen Einwirkungen oder unsymmetrischer Geometrie. Systemwahl und Lastabtrag beeinflussen die erforderlichen Bewehrungs- bzw. Gurtausbildungen.
Durchbiegung und Schwingungen
Grenzwerte für Verformungen dienen der Gebrauchstauglichkeit, etwa um Dachabdichtungen, Verglasungen oder Kranbahnen zu schützen. Schwingungsanforderungen sind bei leichten Dachaufbauten und dynamischer Nutzung (z. B. Sport) zu prüfen. Vorspannung und optimierte Querschnittsformen begrenzen Verformungen.
Anschlüsse und Knotenpunkte
Knotenpunkte, Lagerdetails und Verbindungen (z. B. Auflagerbänke, Verbinder, Vergussfugen) steuern das Systemverhalten. Bei Fachwerken sind Knoten steifigkeitsbestimmend; bei Betonträgern sichern Bewehrungsübergreifungen und Verbundlängen die Kraftübertragung.
Montage, Fertigung und Qualitätssicherung
Weitspannträger werden häufig als Fertigteile angeliefert und per Kran montiert oder abschnittsweise vor Ort hergestellt. Transportlängen, Hebepunkte und temporäre Abstützungen sind integraler Bestandteil der Ausführungsplanung.
Fertigteil, Verbund und Ortbeton
Fertigteile verkürzen Bauzeiten, erfordern jedoch präzise Toleranzen und abgestimmte Fugenlösungen. Verbundsysteme koppeln Materialvorteile. Ortbeton erlaubt individuelle Geometrien und Anpassungen an Einbauteile.
Auflager, Lagerung und Temporärzustände
Elastomerlager, Fest-/Loslager und Gleitlager regeln Verformungen und Zwangskräfte. Temporärzustände (Hebevorgänge, Montagephasen) sind statisch zu berücksichtigen, insbesondere bei großen Einzelgewichten.
Qualität und Kontrolle
Maßkontrollen, Sichtprüfungen, Betondeckungsmessungen und ggf. zerstörungsfreie Prüfungen sichern die geforderte Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit. Dokumentation der Vorspannkräfte ist bei Spannbeton wesentlich.
Brandschutz, Korrosionsschutz und Dauerhaftigkeit
Weitspannträger müssen im Brandfall einen definierten Feuerwiderstand gewährleisten. Betonquerschnitte schützen Bewehrung und Spannstähle über Betondeckung; Stahlträger benötigen Beschichtung, Bekleidung oder konstruktive Maßnahmen. Korrosionsschutz (z. B. Beschichtungen, konstruktiver Wasserabfluss) und Rissbreitenbegrenzung sichern die Dauerhaftigkeit. Regelmäßige Inspektion und Instandsetzung verlängern die Nutzungsdauer.
Rückbau, Sanierung und Umnutzung von Weitspannträgern
Im Bestand werden Weitspannträger häufig angepasst: Öffnungen, Lastumlagerungen, Verstärkungen oder vollständiger Rückbau. Selektive Verfahren reduzieren Erschütterungen und schützen angrenzende Bauteile, was in bewohnten oder produzierenden Umfeldern oft zwingend ist.
Selektiver Rückbau in Hallen
Beim kontrollierten Abtrag von Stahlbetonträgern kommen Betonzangen zur gezielten Reduzierung von Querschnitten zum Einsatz. Für dickwandige Betonbereiche und Knotenpunkte mit hoher Zwangsarmierung ermöglichen Stein- und Betonspaltgeräte ein sprengmittelfreies Aufbrechen entlang definierter Spaltlinien. In Kombination mit kompakten Hydraulikaggregaten für mobile Einsätze erfolgt die Energieversorgung effizient und mobil – ein Vorteil bei Arbeiten in großen Hallen und auf beengten Zugängen.
Entkernung und Schneiden
Vor dem Trägerabtrag werden Dachaufbauten, Pfetten und Sekundärtragwerke entfernt. Multi Cutters und Stahlscheren schneiden Stahlpfetten, Verbände und Installationen. Bei Verbundträgern wird der Betonanteil mit Betonzangen oder Spalttechnik getrennt; der Stahlgurt wird anschließend abgelängt. Diese Vorgehensweise minimiert Schwingungen und schützt benachbarte Bauteile.
Ablauf in der Praxis
- Lastfreie Schaltung: temporäre Abstützung, kontrollierte Lastumlenkung, Trennen von Anbauteilen.
- Querschnittsschwächung: Abbeißen des Betons mit Betonzangen, Einbringen von Spaltkeilen der Stein- und Betonspalttechnik an kritischen Zonen.
- Trennen der Bewehrung und Stahlteile: Einsatz von Stahlscheren bzw. Multi Cutters an freigelegten Stäben und Gurten.
- Gestufter Ausbau: Demontage in handhabbare Segmente, Absenken per Kran, sortenreine Trennung für Recycling.
Werkzeuge und Verfahren im Umgang mit Weitspannträgern
Die Wahl der Verfahren richtet sich nach Material, Querschnitt und Randbedingungen:
- Betonzangen: kontrolliertes Abtragen von Beton, Freilegen der Bewehrung, Herstellen von Sollbruchstellen; geeignet bei Betonabbruch und Spezialrückbau.
- Stein- und Betonspaltgeräte: sprengmittelfreies Spalten massiver Querschnitte, leise und erschütterungsarm – vorteilhaft in sensiblen Bereichen und bei Entkernung und Schneiden.
- Hydraulikaggregate: kompakte Energieversorgung für mobile Einsätze an hohen Trägerlagen, in Zwischendecken oder über Bühnen.
- Kombischeren, Multi Cutters, Stahlscheren: Trennen von Stahlprofilen, Pfetten, Verbänden und Einbauteilen an Stahl- und Verbundträgern.
- Tankschneider: bei Umnutzungen von Industriehallen mit angebundenen Behältern und Medienleitungen im Rahmen von Sondereinsatz relevant, wenn Träger mit Anlagenteilen interagieren.
Planung, Arbeitssicherheit und Randbedingungen
Arbeiten an Weitspannträgern erfordern eine sorgfältige Planung. Statische Voruntersuchungen, Sicherung temporärer Zustände und klare Kommunikationsketten sind wesentlich. Persönliche Schutzausrüstung, Absturzsicherung, Staub- und Lärmminderung sowie geregelte Hebe- und Schnittprozesse sind verbindliche Bestandteile eines sicheren Ablaufs. Angaben in Genehmigungen und allgemein anerkannte Regeln der Technik sind zu beachten; projektbezogene Anforderungen sind im Einzelfall mit den verantwortlichen Fachplanenden abzustimmen.
Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Recycling
Weitspannträger prägen den Materialeinsatz eines Gebäudes maßgeblich. Eine vorausschauende Planung mit dem Ziel der Umnutzungsfähigkeit, demontagefreundlichen Anschlüssen und sortenreiner Trennung erleichtert spätere Anpassungen. Beim Rückbau unterstützen erschütterungsarme Verfahren mit Betonzangen und Spalttechnik das selektive Gewinnen von Beton und Stahl für das Recycling. So lassen sich Ressourcen schonen, Transportwege reduzieren und die Kreislaufführung stärken.





















