Ziegelwerk

Ziegelwerk prägt den Hochbau seit Jahrhunderten – von historischen Backsteinfassaden bis zu modernen Mauerwerkswänden. Der Begriff umfasst sowohl die industrielle Herstellung von Ziegelsteinen als auch das aus Ziegeln errichtete Mauerwerk. In Planung, Sanierung und Rückbau treffen hier Bauphysik, Tragwerksplanung und praktische Ausführung aufeinander. Für selektive Eingriffe, etwa bei Umbauten, Entkernungen oder dem geordneten Abbruch, spielen hydraulische Werkzeuge wie Stein- und Betonspaltgeräte sowie Betonzangen eine wichtige Rolle, insbesondere an Schnittstellen zwischen Mauerwerk, Stahlbeton und Einbauten.

Definition: Was versteht man unter Ziegelwerk

Unter Ziegelwerk versteht man im engeren Sinn die Produktionsstätte, in der aus tonhaltigen Rohstoffen Ziegelsteine geformt, getrocknet und gebrannt werden. Im baupraktischen Sprachgebrauch bezeichnet Ziegelwerk zudem Mauerwerk, das aus gebrannten Tonziegeln (z. B. Vollziegel, Hochlochziegel, Klinker) mit geeigneten Mörteln hergestellt ist. Ziegelwerk vereint damit Material, Herstellprozess und Bauweise. Es zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit, gute Wärmespeicherung, robuste Dauerhaftigkeit sowie verlässlichen Brand- und Schallschutz aus. In Bestandsbauten begegnet Ziegelwerk häufig zusammen mit Stahlbetonbauteilen, Stahlprofilen oder Holzkonstruktionen – eine Kombination, die bei Sanierung, Entkernung und Rückbau eine sorgfältige, abschnittsweise Vorgehensweise erfordert.

Aufbau, Eigenschaften und Herstellung von Ziegelwerk

Ziegel entstehen aus aufbereitetem Ton, der je nach Produktgruppe mit Zuschlägen optimiert wird. Nach der Formgebung (häufig Strangpressen) werden Rohlinge getrocknet und in kontinuierlichen oder Kammeröfen bei hohen Temperaturen gebrannt. Die resultierenden Eigenschaften – Rohdichte, Wasseraufnahme, Druckfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit – hängen von Rohstoff, Lochbild und Brennführung ab.

Herstellung im Ziegelwerk (Produktionsstätte)

  • Rohstoffaufbereitung: Homogenisieren, Zerkleinern, Mischen, Entlüften.
  • Formgebung: Strangpressen mit definiertem Lochbild oder Pressen von Vollziegeln.
  • Trocknung und Brennen: kontrollierte Temperatur- und Feuchteführung, um Spannungen und Verwerfungen zu vermeiden.
  • Qualitätssicherung: Maßhaltigkeit, Festigkeit, Wasseraufnahme, Frost-Tausalz-Beständigkeit.

Ziegelmauerwerk im Bau

  • Steinarten: Vollziegel, Hochlochziegel, Vormauerziegel/Klinker; passend ausgewählte Mörtel (z. B. Kalkzement- oder Leichtmörtel).
  • Mauerwerksverbände: Läufer-, Binder- oder Blockverband zur Lastabtragung und Rissminimierung.
  • Fugen: Lager- und Stoßfugen als tragende und bauphysikalische Schnittstellen; Fugendichtigkeit beeinflusst Wärme- und Schallschutz.
  • Bauteilanschlüsse: Ausbildung zu Decken, Stützen, Stürzen und Aussteifungselementen; Bewegungsfugen bei größeren Längen.

Tragverhalten, Dauerhaftigkeit und typische Schadensbilder

Ziegelmauerwerk ist primär drucktragfähig. Querzug- oder Schubbeanspruchungen werden über Verbände, Mörtelverbund und Auflagerführung begrenzt. Dauerhaftigkeit wird durch Feuchteschutz, frostbeständige Ziegel und geeignetes Fugenbild gesichert.

Typische Schadensbilder

  • Feuchte- und Salzschäden: Ausblühungen, Abplatzungen, Fugenverlust durch wiederkehrende Durchfeuchtung.
  • Risse: Setzungen, Temperaturspannungen, fehlende Bewegungsfugen oder nachträgliche Durchbrüche ohne Abfangung.
  • Frost-Tausalz-Schäden: bei ungeeigneten Ziegeln oder mangelndem Spritzwasserschutz im Sockelbereich.
  • Lastumlagerungen: infolge Umbaus oder Entfernen tragender Wandteile ohne temporäre Sicherung.

Planung von Eingriffen: Sanierung, Umbau und Rückbau

Eingriffe in Ziegelwerk erfordern eine bautechnische Bestandsaufnahme und eine abgestimmte Bau- und Logistikplanung. Bei Durchbrüchen sind Lastabtrag, Abfangungen, Erschütterungen, Staub- und Lärmemissionen sowie die Wiederherstellung von Brand- und Schallschutz zu berücksichtigen. Rückbauten erfolgen selektiv, um Materialien zu trennen und Wiederverwendung zu ermöglichen. In Bestandsgebäuden mit Mischkonstruktionen treffen Ziegelmauerwerk, Stahlbeton und Stahlbauteile zusammen – hier ermöglicht eine Kombination aus Spalten, Pressen und Schneiden ein kontrolliertes Vorgehen, etwa im Rahmen von Entkernung und Schneiden oder beim Betonabbruch und Spezialrückbau.

Selektiver Rückbau von Ziegelbauwerken

  • Schonendes Lösen: kontrolliertes Spalten von Wand- oder Pfeilerbereichen minimiert Erschütterungen.
  • Trennen von Verbundstellen: gezieltes Abtrennen von Stahlankern, Bewehrungen oder Auflagerblechen an Übergängen zu Stahlbeton oder Stahl.
  • Schrittweise Demontage: Reihenfolge vom Entfernen nichttragender Schichten bis zur Zerlegung tragender Abschnitte mit temporären Sicherungen.
  • Materialtrennung: sortenreines Bergen von Ziegeln, separater Umgang mit Mörtelresten, Stahl und Beton.

Werkzeuge, Geräte und Verfahren im Umgang mit Ziegelwerk

Die Wahl der Methode richtet sich nach Statik, Ziel (Durchbruch, Teilrückbau, vollständiger Abbruch), Umgebungsbedingungen und Arbeitsschutz. Hydraulische Werkzeuge der Darda GmbH erlauben präzise, vibrationsarme Arbeitsweisen, wenn sie auf den Anwendungsfall passend dimensioniert und fachgerecht betrieben werden.

  • Stein- und Betonspaltgeräte: Keil- und Spreiztechnik erzeugt definierte Trennrisse im Mauerwerk. Geeignet für Öffnungen, Nischen oder das Lösen von Wandabschnitten, insbesondere wenn Erschütterungen oder Funkenflug zu vermeiden sind. In der Entkernung und beim Spezialrückbau unterstützen sie die abschnittsweise Demontage.
  • Betonzangen: Vorzugsweise für Stahlbetonbauteile, etwa an Deckenauflagerungen oder Ringankern, die an Ziegelwände anschließen. In Mischkonstruktionen lassen sich so Betonanteile selektiv entfernen, bevor Ziegelbereiche gespalten oder abgetragen werden.
  • Steinspaltzylinder: Erzeugen lokal konzentrierte Spaltkräfte, zum Beispiel bei Pfeilern oder Mauerabschnitten mit hoher Druckfestigkeit.
  • Kombischeren und Multi Cutters: Trennen Einbauteile aus Metall (Profile, Leitungsbahnen, Befestigungen) in Mauerwerksbereichen – hilfreich bei Entkernung und Schneiden, um anschließend Ziegelwerk ohne Zwangsspannungen zurückzubauen.
  • Hydraulikaggregate: Versorgen die angebundenen Werkzeuge mit der erforderlichen Hydraulikleistung; entscheidend sind passender Volumenstrom, Druck und ein sicherer Betrieb unter den Gegebenheiten vor Ort.
  • Stahlscheren und Tankschneider: Kommen ins Spiel, wenn im Umfeld von Ziegelwerk tragende Stahlteile, Behälter, Ofeneinbauten oder Rohrleitungen zu demontieren sind, beispielsweise in industriellen Anlagenbereichen historischer Ziegeleien oder bei Sondereinsatz.

Typische Arbeitsabfolge bei Durchbrüchen und Teilrückbau

  1. Bestandsanalyse: Material, Verbände, Fugenbild, Tragfunktion, verdeckte Einbauten identifizieren.
  2. Sicherung: Abfangen, Staub- und Schallschutz, Arbeitsbereiche trennen, Rettungswege festlegen.
  3. Vorarbeiten: Demontage von Leitungen, Profilen und Ankern mit Scheren oder Multi Cutters.
  4. Selektives Trennen: Betonanteile an Schnittstellen mit Betonzangen lösen.
  5. Kontrolliertes Spalten: Wandabschnitte mit Stein- und Betonspaltgeräten oder Steinspaltzylindern ablösen.
  6. Nacharbeit: Fugen bereinigen, Schnittkanten herstellen, Material sortenrein trennen.

Arbeitsschutz, Emissionen und Umweltschutz

Ziegelrückbau erzeugt Staub, Lärm und potenziell Erschütterungen. Geeignete Maßnahmen sind Unterdruck- oder Absaugkonzepte, Befeuchtung, persönliche Schutzausrüstung und ein vibrationsarmes Vorgehen. Beim Umgang mit alten Mörteln, Beschichtungen oder Einbauten ist zu prüfen, ob besondere Vorsicht erforderlich ist. Für Planung und Ausführung sind die jeweils geltenden Regeln, Technischen Merkblätter und behördlichen Vorgaben zu berücksichtigen; eine Einzelfallprüfung durch fachkundige Stellen ist empfehlenswert.

Recycling, Wiederverwendung und Qualitätssicherung

Sortenreiner Rückbau erlaubt die Wiederverwendung ganzer Sichtziegel oder die Aufbereitung von Ziegelbruch zu Sekundärbaustoffen (z. B. Ziegelsplitt, Recyclingkörnungen). Qualitätssicherung umfasst die Prüfung auf Verunreinigungen, Kornzusammensetzung und Eignung für den vorgesehenen Zweck. Bei der Wiederverwendung im Bau sind die bauaufsichtlich relevanten Anforderungen zu beachten; verbindliche Entscheidungen sollten auf Grundlage aktueller Regelwerke und Prüfzeugnisse getroffen werden.

Praxisorientierte Entscheidungshilfen

Ob Altbau-Durchbruch, die Entkernung eines Mauerwerksflügels oder der selektive Rückbau industrieller Ofenanlagen – die Kombination aus Analyse, temporärer Sicherung und präzisen hydraulischen Werkzeugen führt zu kontrollierten Ergebnissen. In Mischkonstruktionen werden Betonanteile mit Betonzangen gelöst, während Ziegelbereiche mit Stein- und Betonspaltgeräten getrennt werden. In Tunneln mit historischer Ziegelverkleidung oder bei Sondereinsatz in beengten Bereichen kann ein vibrationsarmes, funkenfreies Vorgehen Risiken und Emissionen reduzieren. So bleiben Tragfähigkeit, Bauphysik und Materialtrennung im Gleichgewicht – von der Entkernung und Schneiden bis zum Betonabbruch und Spezialrückbau.