Die Winterfestmachung einer Baustelle umfasst alle organisatorischen und technischen Maßnahmen, um Bau- und Rückbauarbeiten bei Kälte, Eis, Schnee und wechselnden Temperaturen sicher, effizient und materialschonend fortzuführen. Dazu gehören unter anderem Frostschutz für Baugruben und Bauteile, die Sicherung von Verkehrs- und Arbeitsflächen, die angepasste Nutzung von Maschinen und Hydraulik sowie eine vorausschauende Logistik. Gerade in Arbeiten wie Betonabbruch und Spezialrückbau, Entkernung und Schneiden, Felsabbruch und Tunnelbau, Natursteingewinnung und Sondereinsatz werden Werkzeuge und Geräte wie Betonzangen, Stein- und Betonspaltgeräte, Hydraulikaggregate, Kombischeren, Steinspaltzylinder, Multi Cutters, Stahlscheren und Tankschneider auch in der kalten Jahreszeit verwendet. Eine systematische Winterfestmachung reduziert Ausfälle, erhöht die Arbeitssicherheit und schützt Umwelt und Bausubstanz.
Definition: Was versteht man unter Winterfestmachung Baustelle
Unter Winterfestmachung einer Baustelle versteht man die Gesamtheit der vorbeugenden und begleitenden Maßnahmen, die einen sicheren und qualitätsgerechten Bau- und Rückbaubetrieb bei winterlichen Bedingungen ermöglichen. Dazu zählen die Gefährdungsbeurteilung für Kälte- und Eisrisiken, das Sicherstellen von tragfähigen Verkehrs- und Arbeitswegen, das Abdecken und Temperieren frostempfindlicher Bauteile, das Anpassen von Verfahren (zum Beispiel beim Betonabbruch, beim Felsabbruch oder bei der Natursteingewinnung), die geeignete Auswahl und der schonende Betrieb von hydraulischen Geräten und Anbauwerkzeugen sowie der Schutz von Boden, Gewässern und Materialien. Ziel ist, Witterungseinflüsse zu kontrollieren, Qualität zu sichern und Ausfälle zu vermeiden.
Ziele und Handlungsfelder der Winterfestmachung
Wesentliche Ziele sind die Aufrechterhaltung der Arbeitssicherheit, der Schutz der Bauqualität und die Minimierung von Stillständen. Handlungsfelder reichen von der Baustellenorganisation (Räum- und Streuplan, Entwässerung, Beleuchtung) über Material- und Bauteilschutz (Abdeckungen, Frostschutz) bis hin zur technischen Anpassung von Maschinen, Hydraulik und Anbaugeräten wie Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräten. Dazu kommen ökologische Maßnahmen zur Vermeidung von salzhaltigem Abfluss, von Öl- und Hydraulikflüssigkeitsaustritten sowie eine wintertaugliche Energie- und Medienversorgung.
Witterungsrisiken erkennen und bewerten
Winterliche Einwirkungen betreffen Temperatur, Niederschlag und Wind. Kälte erhöht die Sprödigkeit von Beton, Mauerwerk und Gestein; Eis vermindert Reibung auf Lauf- und Arbeitsflächen; Schnee belastet Abdeckungen und Gerüste. Temperatursprünge begünstigen Rissbildung und beeinflussen die hydraulische Viskosität. Eine tagesaktuelle Bewertung unterstützt die Entscheidung, ob Arbeiten im Betonabbruch und Spezialrückbau, in der Entkernung und beim Schneiden oder im Felsabbruch und Tunnelbau fortgeführt, angepasst oder unterbrochen werden.
Planung und Organisation im Vorfeld
Eine belastbare Winterplanung beginnt vor der Kälteperiode. Verantwortlichkeiten, Meldeketten und Prioritäten werden festgelegt. Die Baustelleneinrichtung berücksichtigt Wind, Schneeverwehungen und Entwässerung. Verkehrswege werden geradlinig und gut beleuchtet geführt, kritische Zonen (Zugänge, Treppen, Kranstellflächen, Aggregate-Standorte) erhalten besondere Aufmerksamkeit. Für Arbeiten mit Hydraulikaggregaten, Betonzangen, Kombischeren, Multi Cutters, Stahlscheren und Tankschneidern werden Wetterschutz, rutschfeste Standflächen und witterungssichere Energieanschlüsse vorgesehen.
Terminierung und Bauablauf
- Witterungskritische Tätigkeiten (zum Beispiel filigrane Trennschnitte, Montage von Hydraulikleitungen) in mildere Tageszeiten legen.
- Pufferzeiten für Enteisung, Schneeräumung und Vorwärmen einplanen.
- Ersatzverfahren vorsehen, etwa den Wechsel auf mechanisches Spalten, wenn wasserintensive Trennverfahren wegen Eisbildung eingeschränkt sind.
Schutz von Bauwerk, Baugruben und Baustoffen
Frost kann Bauteile, Baugruben und Materialien schädigen. Abdeckungen, temporäre Einhausungen und gezielte Temperierung schützen frisch hergestellte oder freigelegte Elemente. Entwässerung verhindert, dass Tau- oder Schmelzwasser gefriert und Oberflächen sprengt.
Beton und Mauerwerk im Winter
- Freie Kanten, offene Fugen und Auflager vor Feuchtigkeit schützen, um Frostabplatzungen zu verhindern.
- Beim Rückbau mit Betonzangen die mögliche erhöhte Sprödigkeit berücksichtigen; Schnitt- und Greifkanten anpassen und Ausbrüche kontrolliert führen.
- Bei Trennschnitten die Nutzung von Wasser auf Vereisungsrisiken prüfen; Ablauf und Auffang sicherstellen, um Rutschgefahr zu vermeiden.
Baugruben, Hänge und Zugänge
- Entwässerungsrinnen eisfrei halten; bei Bedarf zusätzliche Pumpensümpfe vorsehen.
- Randbereiche und Böschungen gegen Unterspülung und Frosthub sichern.
- Begeh- und Befahrbarkeit durch rutschhemmende Beläge und regelmäßige Räumung sichern.
Maschinen, Hydraulik und Anbaugeräte winterfest betreiben
Hydraulische Systeme sind kälteempfindlich: Viskosität, Elastomere, Dichtungen und Hüllschläuche reagieren auf niedrige Temperaturen. Für Hydraulikaggregate und Anbaugeräte wie Betonzangen, Stein- und Betonspaltgeräte, Steinspaltzylinder, Kombischeren, Stahlscheren, Multi Cutters und Tankschneider gelten grundsätzliche Vorsorgemaßnahmen.
- Medium und Temperatur: Viskositätsgerechte Hydraulikflüssigkeit verwenden und Geräte vor Betriebsaufnahme schonend aufwärmen. Kaltstarts mit hohen Lasten vermeiden.
- Leitungen und Kupplungen: Schläuche knickfrei verlegen, auf Mikrorisse prüfen, Kupplungen trocken und eisfrei halten. Schutzkappen konsequent nutzen.
- Druck- und Kraftmanagement: Druckspitzen reduzieren, Hub- und Schneidkräfte graduell aufbauen. Bei Betonzangen zu Arbeitsbeginn mit geringerer Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit arbeiten.
- Schmierung und Verschleiß: Schmierstellen trocken reinigen, geeignete Schmierstoffe sparsam auftragen und Wasseransammlungen vermeiden.
- Energieversorgung: Baustromverteiler und Zuleitungen vor Feuchte schützen; Anlaufströme und Kabellängen wintertauglich dimensionieren.
- Abstellen und Transport: Werkzeuge schnee- und eisfrei lagern; Kondensation durch kontrolliertes Abkühlen minimieren.
Betonzangen im Wintereinsatz
Bei Kälte kann Beton spröder reagieren und Bewehrung zäher bleiben. Deshalb empfiehlt sich ein kontrollierter Biss mit kurzen Vorschüben, um ungewollte Abplatzungen zu vermeiden. Schneidmesser und Brechbacken sollten eisfrei, sauber und korrekt ausgerichtet sein. In der Entkernung und beim Schneiden in Innenbereichen ist auf Kondensat und rutschige Oberflächen zu achten; Absaugung und lokale Einhausungen verringern Staub, wenn Wasser als Bindemittel nur eingeschränkt eingesetzt werden kann.
Stein- und Betonspaltgeräte sowie Steinspaltzylinder
Mechanisches Spalten funktioniert auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig, sofern die Hydraulik gleichmäßig Druck aufbaut. In gefrorenem Gestein können vorhandene Frostkeile unvorhersehbare Risspfade begünstigen; Bohrlochraster und Spaltfolge sind entsprechend anzupassen. Vorteilhaft ist der geringe Wasserbedarf im Vergleich zu nass trennenden Verfahren, was Vereisung reduziert.
Einsatzbereiche im Winter: Praxisbezug
- Betonabbruch und Spezialrückbau: Betonzangen, Kombischeren und Stahlscheren mit moderaten Anfahrbewegungen betreiben; Bruchkanten sichern; Trümmerflächen rutschfest halten.
- Entkernung und Schneiden: Innenbereiche temperieren; Kondensat abführen; bei Multi Cutters und Tankschneidern sichere Lüftung und Funkenflugkontrolle beachten.
- Felsabbruch und Tunnelbau: Stein- und Betonspaltgeräte sowie Steinspaltzylinder mit gleichmäßigem Druck fahren; Schutzeinhausungen gegen Eisbildung an der Ortsbrust nutzen; Entwässerung im Stollen priorisieren.
- Natursteingewinnung: Sprödigkeit bei Kälte beachten; Bohrlochanordnung und Spaltfolge anpassen; Lagerflächen der Blöcke eisfrei halten.
- Sondereinsatz: Temporäre Träger, Notabstützungen und Zugänge für Rettungskräfte schnee- und eisfrei halten; Sicht- und Beleuchtungskonzepte auf kurze Tageslichtfenster abstimmen.
Räum- und Streuplan, Entwässerung und Beleuchtung
Ein klarer Räum- und Streuplan definiert Wege, Prioritäten, Intervalle und Mittel. Streugut wird umweltverträglich gewählt und gezielt eingesetzt; salzhaltige Mittel sind sparsam zu verwenden, insbesondere in der Nähe von Bewehrung und empfindlichen Böden. Entwässerungseinrichtungen bleiben offen, Pumpen gegen Vereisung gesichert. Ausreichende, blendfreie Beleuchtung mit winterfesten Leuchten verbessert Sicht, Erkennbarkeit und Kommunikation.
Umwelt- und Gewässerschutz im Winter
Vereisung kann Auffangwannen und Barrieren beeinträchtigen. Abdichtungen, Auffangräume und Abscheider sind regelmäßig zu prüfen. Hydraulikaggregate und Anbaugeräte werden auf Dichtheit kontrolliert; Tropfwannen und saugfähige Bindemittel liegen bereit. Wasser, das bei Trenn- und Reinigungsarbeiten anfällt, wird kontrolliert geführt und nicht auf Verkehrsflächen abgeleitet. Streumittel werden dokumentiert und dosiert verwendet, um Einträge in Boden und Gewässer zu minimieren.
Arbeitsschutz, Gesundheit und Ergonomie
- Rutsch- und Sturzprävention: Wege markieren, Geländer eisfrei halten, Trittflächen rutschhemmend ausstatten.
- Kälteexposition: Arbeits- und Pausenzeiten anpassen; beheizte Aufenthaltsbereiche vorsehen; Kleidung im Zwiebelschalenprinzip.
- Sicht und Kommunikation: Gute Beleuchtung, klare Handzeichen, redundante Kommunikationsmittel.
- Lärm und Staub: Wo Wasser zur Bindung nicht einsetzbar ist, mechanische Alternativen und lokale Absaugung vorsehen.
Logistik, Lagerung und Energieversorgung
Materiallager und Geräteplätze werden so angeordnet, dass Schneeansammlungen und Vereisung minimiert werden. Abdeckungen verhindern Feuchteeintrag in Elektromaterial und Hydraulikkomponenten. Für Hydraulikaggregate sind frostsichere Standorte mit ausreichender Frischluftzufuhr zweckmäßig. Kabeltrommeln, Kupplungen und Anschlüsse werden erhöht, trocken und mechanisch geschützt geführt. Tankvorgänge für Tankschneider und andere Geräte finden auf definierten, winterfesten Flächen statt.
Qualitätssicherung, Kontrolle und Dokumentation
Regelmäßige Kontrollen sichern den Winterbetrieb. Ergebnisse werden dokumentiert und fließen in die tägliche Planung ein. Verantwortlichkeiten sind eindeutig zugeordnet, Vertretungen geregelt. Abweichungen führen zu sofortigen Korrekturmaßnahmen, etwa Anpassung des Räum- und Streuplans, der Entwässerung oder der Geräteeinstellungen an Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräten.
Typische Fehler vermeiden
- Unterschätzen der Anlaufzeit für Vorwärmen von Hydraulik und Geräten.
- Wassergeführte Trennverfahren ohne Vereisungskonzept einsetzen.
- Räum- und Streumittel ohne Umwelt- und Materialverträglichkeit auswählen.
- Fehlende Sicherung von Bruchkanten und Trümmerflächen im Betonabbruch.
- Abgedeckte Baustoffe ohne ausreichende Belüftung lagern und Feuchte einschließen.





















