Wandstützen sichern Wände und Wandteile temporär gegen Kippen, Verschieben oder Einsturz. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Lasten umgeleitet oder Tragwerke vorübergehend stabilisiert werden müssen – etwa bei Durchbrüchen, beim Rückbau von Stahlbeton- und Mauerwerkswänden oder beim Entfernen tragender Bauteile. In Verbindung mit Verfahren und Werkzeugen der Darda GmbH – beispielsweise Betonzangen für kontrollierten Abbruch oder Stein- und Betonspaltgeräte für präzises Spalten – bilden sie das statische Sicherheitsgerüst, das kontrollierte, erschütterungsarme Arbeitsabläufe im Betonabbruch, in der Entkernung und beim Schneiden ermöglicht.
Definition: Was versteht man unter Wandstütze
Unter einer Wandstütze versteht man eine temporäre, kraftschlüssige Abstützung von vertikalen Wandbauteilen aus Mauerwerk, Stahlbeton, Naturstein oder Mischkonstruktionen. Ziel ist die Standsicherheit während Bauzuständen, in denen reguläre Lastpfade unterbrochen sind. Wandstützen wirken als Druck- und/oder Zugglieder (z. B. Sprieße, Schrägstützen, Druckstreben mit Kopf- und Fußplatten) und übertragen Kräfte kontrolliert in tragfähige Untergründe oder Hilfskonstruktionen. Sie sind Teil von Abstütz- und Aussteifkonzepten, die die sichere Anwendung von Verfahren wie dem Betonspalten, dem Zerkleinern mit Betonzangen oder dem kontrollierten Schneiden ermöglichen.
Aufbau und Funktionsweise von Wandstützen
Wandstützen bestehen typischerweise aus einem verstellbaren Stützenrohr oder einer Schrägstrebe, einer formschlüssigen Auflagerplatte an der Wand und einer Fußplatte zum kraftschlüssigen Anschluss an Boden oder Hilfstragwerke. Durch Gewindemuffen oder Spindeln lassen sich Stützen feinjustieren. Entscheidend sind die form- und kraftschlüssige Ankopplung, die rutschhemmende Auflagerung sowie die ausreichende Querdruckfestigkeit des Wandbaustoffs, um lokale Quetschungen zu vermeiden.
Lastpfad und Aussteifung
Die Kräfte aus Eigengewicht, Verkehrslasten, Erschütterungen und Arbeitskräften werden über die Wandstütze in den Untergrund abgetragen. Zusätzliche Aussteifungen (z. B. Riegel, Waler, Nadelungen) verbinden mehrere Stützen und verhindern seitliches Ausknicken. Bei Öffnungsherstellungen werden Lasten häufig über Trägernadeln umgeleitet, bevor Abschnitte mit Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräten gelöst werden.
Kontaktflächen und Druckverteilung
Zwischenlagern aus Holz oder Gummi verteilen die Kontaktpressung und reduzieren Schadstellen im Mauerwerk. In Stahlbetonwänden sind gelochte Auflager oder Ankerpunkte sinnvoll, wenn hohe Druck- oder Zugkräfte zu erwarten sind.
Einsatzfelder und Schnittstellen zu Abbruchverfahren
Wandstützen werden in unterschiedlichen Bauzuständen benötigt. Besonders relevant sind sie dort, wo selektiver Rückbau und präzise Trennung gefordert sind und Werkzeuge der Darda GmbH zum Einsatz kommen.
Betonabbruch und Spezialrückbau
Beim selektiven Abtrag von Stahlbetonwänden im Rahmen von Betonabbruch und Spezialrückbau sichern Wandstützen instabile Randfelder, während Abschnitte schrittweise mit Betonzangen gelöst oder mit Stein- und Betonspaltgeräten spannungsarm getrennt werden. Die Stützung minimiert unkontrollierte Bruchkanten und reduziert Folgeschäden angrenzender Bauteile.
Entkernung und Schneiden
In der Entkernung hält die Abstützung Wandsegmente, bis Trennschnitte gesetzt oder Einbauten entfernt sind. Bei Schnitten in Öffnungsbereichen (Türen, Fenster, Durchbrüche) verhindert die Wandstütze Lastumlagerungen mit unerwünschten Rissen oder Setzungen.
Sondereinsatz
Bei beengten Verhältnissen, denkmalgeschützten Strukturen oder schadstoffbelasteten Bereichen ermöglicht eine Kombination aus Wandstütze und erschütterungsarmen Verfahren kontrollierte Abläufe mit geringer Emissions- und Vibrationsbelastung.
Auswahlkriterien und Bemessung von Wandstützen
Die Auswahl richtet sich nach Werkstoff, Geometrie und Bauzustand. Folgende Kriterien sind maßgeblich:
- Tragfähigkeit (charakteristische Druck-/Zuglast, Knicklänge, Teilsicherheiten)
- Verstellbereich und Justiergenauigkeit (Spindelweg, Rastsysteme)
- Kontaktflächen (Plattengröße, Reibbeiwert, Zwischenschichten)
- Einbindung in Aussteifrahmen (Riegel, Diagonalen, Walersysteme)
- Untergrundtragfähigkeit und Lastverteilung (Sohlplatten, Lastverteilträger)
- Umgebungsbedingungen (Feuchte, Temperatur, Korrosion, Schmutz)
Bemessungsgrundsätze
Die Bemessung folgt den anerkannten Regeln der Technik mit Sicherheitsreserven für unvorhergesehene Lastspitzen. Ein statisches Konzept berücksichtigt die Reihenfolge der Arbeitsschritte, die Einwirkung von Arbeitsgeräten (z. B. zusätzliche Kräfte durch Betonzangen) sowie mögliche Exzentrizitäten.
Zusammenspiel mit Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräten
Wandstützen schaffen stabile Randbedingungen für trennende Verfahren. Betonzangen entwickeln beim Quetschen lokale Kräfte und können Restspannungen lösen. Eine vorgelagerte Abstützung verhindert unkontrollierte Sollbruchverläufe. Stein- und Betonspaltgeräte arbeiten spannungsarm; dennoch verändern sich Lastpfade, sobald Keile Kräfte einleiten. Durch geeignete Stützung bleiben Wandtafeln definiert geführt und kippsicher, bis Segmente getrennt und abtransportiert sind.
Praktische Hinweise
- Abstützen, bevor erste Trennschnitte oder Spaltkeile gesetzt werden.
- Lasten nach jedem Arbeitsschritt neu bewerten, Stützen nachstellen.
- Kontaktflächen sauber halten, Reibschlüsse kontrollieren.
- Abrisskanten mit Riegeln koppeln, um Kippmomente zu reduzieren.
Arbeitsablauf: Vom Abstützen bis zum sicheren Abtrag
- Bestandsaufnahme und Festlegung der Abstützzone, inklusive Prüfen der Untergründe.
- Vorhalten von Stützen, Riegeln und Lastverteilern entsprechend der geplanten Eingriffe.
- Montage der Wandstützen und Querverbindungen, Sicht- und Funktionsprüfung.
- Schrittweise Trennung (z. B. mit Betonzangen) bzw. Spalten, fortlaufende Kontrolle der Stützen.
- Entfernen der gelösten Segmente, Sicherung der Schnittkanten.
- Rückbau der Abstützung in umgekehrter Reihenfolge, Dokumentation des Zustands.
Sicherheitsaspekte und Verantwortung
Temporäre Abstützungen sind sicherheitsrelevante Konstruktionen. Planung, Montage und Kontrolle sollten qualifiziert erfolgen. Schutzmaßnahmen wie Absperrungen, Signale, persönliche Schutzausrüstung und eine klare Kommunikation der Lastwege sind unerlässlich. Verbindliche Vorgaben ergeben sich aus den einschlägigen Regeln der Technik und den jeweils anzuwendenden Vorschriften; sie sind projektspezifisch zu prüfen und umzusetzen.
Montage, Prüfung und Pflege
Eine fachgerechte Montage stellt die Funktion der Wandstütze sicher. Regelmäßige Prüfungen erkennen frühzeitig Schwachstellen.
- Sichtprüfung vor Einsatz: Verformungen, Risse, Gewindeverschleiß, Korrosion.
- Montage mit gleichmäßigem Anzug; Nachspannen nach Lastumlagerungen.
- Dokumentation von Einbauort, Datum, Prüfergebnis.
- Reinigung und Schutz vor Feuchte und Schmutz, sachgerechte Lagerung.
Typische Fehler und wie sie vermieden werden
- Unzureichende Lastverteilung: Immer Sohlplatten oder Schwellen vorsehen.
- Fehlende Aussteifung: Stützen mit Riegeln koppeln, Knicklängen reduzieren.
- Exzentrische Krafteinleitung: Kopfplatten mittig ansetzen, Exzentrizität begrenzen.
- Zu späte Abstützung: Vor Trenn- oder Spaltarbeiten montieren und prüfen.
- Unterschätzen dynamischer Einwirkungen durch Werkzeuge: Reserven einplanen.
Materialien, Systeme und Zubehör
Gängige Systeme reichen von Teleskopstützen und Schrägstreben bis zu modularen Aussteifrahmen. Zubehör wie Riegel, Walers, Nadelträger, Reibbeläge und Keile erhöhen die Anpassungsfähigkeit. In Kombination mit Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräten empfiehlt sich Zubehör, das schnelle Nachjustierungen erlaubt und Vibrationen dämpft.
Dokumentation und Kommunikation im Projekt
Ein Abstützplan mit Lastannahmen, Stücklisten und Ablaufreihenfolge schafft Klarheit. Laufende Protokolle zu Montage, Zwischenprüfungen und Nachstellungen unterstützen die Sicherheit und dienen als Nachweis einer sorgfältigen Arbeitsweise – insbesondere bei komplexen Rückbauetappen mit mehreren Bauzuständen.





















