Wabenstrukturen im Beton zählen zu den typischen Fehlstellen, die bei Herstellung, Umbau oder Rückbau von Stahlbetonbauteilen sichtbar werden. Sie beeinträchtigen Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit, können die Bewehrungsüberdeckung reduzieren und begünstigen das Eindringen von Wasser und Schadstoffen. Im Kontext von Betonabbruch und Spezialrückbau, Entkernung und Schneiden sowie Arbeiten im Tunnelbau ist es wichtig, solche Bereiche gezielt zu erkennen, zu bewerten und fachgerecht zu beseitigen. Dabei werden in der Praxis häufig Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräte genutzt, um den geschädigten Bereich kontrolliert und erschütterungsarm abzutragen und die angrenzende Struktur zu schonen. Hydraulikaggregate stellen dabei die notwendige Energieversorgung bereit, ohne dass eine übermäßige Belastung der Baustelle entsteht.
Definition: Was versteht man unter Wabenstruktur Beton
Unter Wabenstruktur im Beton versteht man ungleichmäßig verteilte Hohlräume, Kiesnester oder Lunker, die durch unzureichende Mörtelumhüllung des Größtkorns und fehlende Verdichtung entstehen. Das Gefüge zeigt dann eine porige, wabige Oberfläche bis hin zu tiefer reichenden Fehlstellen, in denen grobe Gesteinskörnung sichtbar ist. Solche Bereiche weisen eine geringere Dichte und Festigkeit auf, die Kapillarität ist erhöht und die Betondeckung der Bewehrung kann lokal stark reduziert sein. Sichtbar werden Waben häufig an schalungsfernen Zonen, in Bereichen mit dichter Bewehrung oder an geometrisch anspruchsvollen Bauteilpartien (Ecken, Knoten, Auflager).
Ursachen und Entstehungsbedingungen
Wabenstrukturen sind fast immer das Ergebnis eines Zusammenspiels aus Betonzusammensetzung, Einbau und Verdichtung sowie Schalungs- und Geometrieeinflüssen. Entmischung, ausbleibende Mörtelbewegung und ungleichmäßige Verdichtung führen dazu, dass Zwischenräume nicht gefüllt werden.
Betonzusammensetzung und Konsistenz
Eine zu steife Konsistenz, unzureichende Feinanteile oder ungünstige Kornabstufung begünstigen Kiesnester. Ein zu hoher Wassergehalt kann zwar das Fließen erleichtern, führt aber zu Porosität und reduziert die Festigkeit. Zusatzmittel und Luftporen müssen auf Temperatur, Einbauzeit und Bauteilgeometrie abgestimmt sein, damit die Mörtelumhüllung der Körnung gegeben ist.
Einbau, Verdichtung und Schalung
Fehler beim Betonieren zählen zu den Hauptursachen: zu große Fallhöhen, Einbringen gegen dichte Bewehrung ohne Schichtenfolge, zu kurze oder ungleichmäßige Verdichtung sowie unzureichendes Nachrütteln an Überlappungen. Undichte Schalungsfugen lassen Mörtel austreten, sodass die Gesteinskörnung ohne Bindemittel zurückbleibt. Kälte, Hitze oder Wind verändern zudem die Verarbeitungszeit und damit die Verdichtbarkeit.
Geometrie, Bewehrung und Einbaurandbedingungen
Komplexe Knoten, geringe Bauteildicken, Einbauteile und enge Bewehrungsabstände erschweren das Einfließen des Mörtels. In Aufsatzbereichen, unter Konsolen und bei Querschnittswechseln entstehen häufig Schattenzonen, die bei ungenügender Verdichtung zu Waben führen.
Erkennen und Beurteilen von Wabenstrukturen
Die Beurteilung folgt dem Grundsatz: Ausdehnung, Tiefe und Einfluss auf die Bewehrung bestimmen die Dringlichkeit der Maßnahmen. Oberflächennahe Waben lassen sich visuell erkennen; bei Verdacht auf tiefer reichende Fehlstellen sind zerstörungsarme Prüfungen hilfreich.
Typische Anzeichen
- sichtbare grobe Gesteinskörnung ohne Mörtelanteil
- porige, nestartige Vertiefungen mit unregelmäßigen Rändern
- abplatzende Kanten bei mechanischer Belastung (Klopfprobe klingt dumpf)
- lokal reduzierte Betondeckung, freiliegende Bewehrung
Prüf- und Messverfahren
- Abklopfen, Endoskopie oder Bohrkerne zur Tiefenabschätzung
- Oberflächenprüfungen zur Detektion von Hohlstellen in Kombination mit Sondagen
- Dokumentation per Kartierung, Fotografie und Maßskizzen als Grundlage der Instandsetzung
Auswirkungen auf Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit
Wabenbereiche vermindern Querschnittswirkung und Verbund. Die erhöhte Porosität fördert das Eindringen von Wasser, Chloriden und CO₂, was die Korrosionsgefahr der Bewehrung steigert. Bei Frost-Tau- und Tausalzbeanspruchung verschärfen sich die Risiken. In dynamisch beanspruchten Bereichen können sich Risse konzentrieren. Je näher die Fehlstelle an der Bewehrung oder an druck- bzw. zugbelasteten Zonen liegt, desto höher die Bedeutung für die Standsicherheit.
Instandsetzung und Sanierung: Vorgehensweisen
Das Ziel ist, den schlecht verdichteten Beton vollständig zu entfernen, tragfähige Flanken herzustellen und die ursprüngliche Funktion durch geeignete Reprofilierung wiederherzustellen. In Abhängigkeit von Lage und Ausdehnung kommen unterschiedliche Arbeitsmittel zum Einsatz.
- Freilegen und Abtragen: Der wabenartige, schwache Beton wird bis in den dichten, tragfähigen Bereich entfernt. Betonzangen ermöglichen kontrollierten, erschütterungsarmen Abtrag mit guter Kantenkontrolle, besonders bei Entkernung und Schneiden im Bestand. Stein- und Betonspaltgeräte eignen sich für das leise, risskontrollierte Öffnen kompakter Zonen, zum Beispiel in sensiblen Bereichen oder bei massiven Querschnitten. Hydraulikaggregate versorgen diese Werkzeuge energieeffizient.
- Reinigung und Vorbereitung: Lose Bestandteile entfernen, Oberfläche aufrauen, Staub und Schmutz beseitigen. Korrodierte Bewehrung, soweit erforderlich, freilegen und reinigen. Haftverbesserung und Kantenverzahnung sicherstellen.
- Reprofilierung: Mit geeigneten Mörteln oder Feinkornbeton unter Beachtung der Verarbeitungsbedingungen einbauen und sorgfältig verdichten. Übergänge fließend gestalten, Betondeckung wiederherstellen, Nachbehandlung sicherstellen.
- Qualitätssicherung: Sichtprüfung, Klopfprobe, ggf. Haftzugprüfungen und Dokumentation. Bei wiederkehrenden Waben Ursachenanalyse und Anpassung der Ausführung.
Vorteile hydraulischer Trenn- und Spaltverfahren im Bestand
- geringe Erschütterungen, minimiertes Risiko unerwünschter Rissbildung im Restquerschnitt
- präziser, mengenreduzierter Abtrag mit guter Kontrolle der Abbruchkanten
- reduzierte Lärm- und Staubemissionen bei passender Arbeitsweise
- geeignet für Arbeiten in sensiblen Umgebungen wie Kliniken, Laboren oder laufenden Gebäudebetrieben
Planung im Betonabbruch und Spezialrückbau
Waben beeinflussen die Abbruchstrategie: In Bereichen mit geringer Dichte kann es zu unkontrolliertem Abplatzen kommen. Eine Planung, die vorab Waben kartiert und die Schnitt- oder Spaltfolge anpasst, erhöht die Sicherheit. Betonzangen sind für das abschnittsweise, lastarme Entfernen wabenreicher Zonen geeignet, beispielsweise an Trägerkanten oder Wänden im Zuge der Entkernung. Stein- und Betonspaltgeräte helfen, massive Bauteile mit lokal geschwächten Bereichen kontrolliert zu öffnen, bevor größere Segmente mit Kombischeren oder Multi Cutters getrennt werden.
Wabenstruktur im Tunnelbau und bei Spritzbeton
Im Tunnel- und Schachtbau sowie bei Spritzbeton können abgeschattete Bereiche hinter Bewehrungsmatten oder Einbauteilen zu nestartigen Fehlstellen führen. Rebound und unzureichende Schichtüberdeckung begünstigen Poren und Kiesnester. Für die Nacharbeit ist ein kontrollierter Abtrag wichtig, um die Ausbruchkontur nicht zu schwächen. Hydraulisch betriebene Werkzeuge unterstützen den gezielten Abtrag ohne übermäßige Erschütterungen – ein Vorteil in geologisch sensiblen Abschnitten.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Arbeiten an wabenreichem Beton erfordern besondere Umsicht: Absturz- und Quetschgefahren sind zu vermeiden, Tragreserven des Restquerschnitts sind konservativ einzuschätzen, und Stützen oder Abhängungen sind bei Bedarf vor dem Abtrag einzuplanen. Staub- und Lärmreduktion, geeignete Absaugung sowie persönliche Schutzausrüstung sind einzuplanen. Die Auswahl der Arbeitsmittel sollte auf geringe Vibrationen, kontrollierte Krafteinleitung und minimierte Partikelemissionen ausgerichtet sein.
Bezug zu Produkten und Einsatzbereichen der Darda GmbH
Im Umgang mit Wabenstrukturen werden je nach Aufgabe unterschiedliche Werkzeuge kombiniert: Betonzangen für den selektiven Betonabtrag, Stein- und Betonspaltgeräte für kontrolliertes Spalten, ergänzt durch Hydraulikaggregate. In fortgeschrittenen Rückbauschritten können Kombischeren, Multi Cutters, Stahlscheren oder Tankschneider für angrenzende Materialien (z. B. Bewehrungsstahl, Anbauteile, Behälter) zum Einsatz kommen. Relevante Einsatzbereiche sind Betonabbruch und Spezialrückbau, Entkernung und Schneiden, Felsabbruch und Tunnelbau sowie Sondereinsätze mit hohen Anforderungen an Präzision und Erschütterungsarmut.
Abgrenzung und Begriffsklarheit im Kontext
Wabenstrukturen unterscheiden sich von feinen Oberflächenporen dadurch, dass sie strukturell wirksam sind und meist gröbere Hohlräume mit freiliegender Körnung bilden. Lunker können punktuell auftreten, während Kiesnester oft flächig entlang von Bewehrungsansammlungen oder Schalungsfugen liegen. Entscheidend ist die Bewertung nach Tiefe, Verteilung und Einfluss auf den Verbund – daraus leitet sich das geeignete Vorgehen von der lokalen Ausbesserung bis zum gezielten Abtrag ab.
Vorbeugung: Planungs- und Ausführungstipps
Die beste Sanierung ist die Vermeidung. Eine baubegleitende Qualitätssicherung reduziert das Risiko von Waben signifikant.
- Konsistenz und Mischung an Bauteilgeometrie, Temperatur und Einbauzeit anpassen; Kornabstufung und Mörtelanteil so wählen, dass Hohlräume sicher gefüllt werden.
- Einbau in lagenweiser Abfolge mit begrenzter Fallhöhe; ausreichende, gleichmäßige Verdichtung – besonders an Überlappungen, Einbauteilen und in Knotenbereichen.
- Dichte Schalung mit sorgfältig ausgebildeten Fugen; kritische Zonen (Ecken, Auflager, Durchdringungen) vorab planen.
- Bewehrungsführung so gestalten, dass Beton gut fließen kann; Abstandhalter und Betondeckung sicherstellen.
- Prüfen, dokumentieren, nacharbeiten: Sichtkontrollen, Klopfproben und rasche Korrektur kleiner Fehlstellen verhindern größere Schäden.





















