Unterführung

Unterführungen sind zentrale Bauwerke der Verkehrsinfrastruktur. Sie ermöglichen die kreuzungsfreie Querung von Straßen, Bahntrassen, Gewässern oder Leitungsbündeln und tragen damit zur Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Lärmminderung bei. In Planung, Bau, Instandhaltung und Rückbau einer Unterführung treffen konstruktive Anforderungen, betontechnische Fragestellungen und die Zwänge des laufenden Verkehrs aufeinander. Gerade bei Arbeiten im Bestand sind präzise, erschütterungsarme Verfahren gefragt – etwa beim selektiven Abtrag von Stahlbeton mit Betonzangen oder beim kontrollierten Aufbrechen massiver Bauteile mittels Stein- und Betonspaltgeräten der Darda GmbH.

Definition: Was versteht man unter Unterführung

Eine Unterführung ist ein Bauwerk, das den Verkehrsfluss auf zwei Ebenen entflechtet, indem ein Verkehrsweg oder ein Fließgewässer unter einem anderen hindurchgeführt wird. Typische Ausprägungen sind Straßen- und Bahnunterführungen, Durchlässe, Geh- und Radwegunterführungen sowie landwirtschaftliche Querungen. Konstruktiv dominieren Stahlbetonrahmen, Ortbetontunnel, Fertigteilrahmen, Gewölbe oder kombinierte Bauweisen. Funktionale Aspekte wie Entwässerung, Abdichtung, Frostbeständigkeit, Lichtraumprofil, Beleuchtung und baulicher Brandschutz sind integrale Bestandteile. Im Lebenszyklus einer Unterführung spielen Bauwerksprüfung, Zustandsbewertung, Instandsetzung, Verstärkung und bei Bedarf ein teilweiser oder vollständiger Rückbau eine wesentliche Rolle.

Bauarten, Bauteile und Materialien von Unterführungen

Unterführungen werden meist als geschlossene Rahmen (Widerlager, Wände, Decke, Bodenplatte) in Stahlbeton ausgeführt. Alternativ kommen offene Rahmen mit aufgeständerten Fahrbahnplatten, Halbrahmen oder Gewölbe aus Betonfertigteilen zum Einsatz. Je nach Baugrund und Wasserandrang sind Dichtsohlen, Unterwasserbeton, Pfahlgründungen oder Bodenverbesserungen erforderlich. Wichtige Bauteile sind: Widerlager und Flügelwände, Fahrbahnplatte/Decke, Fundamente/Bodenplatte, Randbalken, Kappen, Entwässerungsrinnen, Fugen- und Abdichtungssysteme sowie Lärmschutz- und Beleuchtungselemente. Der hohe Bewehrungsgrad und die oft begrenzte Bauhöhe beeinflussen sowohl Bauverfahren als auch spätere Abbruch- und Instandsetzungsstrategien.

Planung und Bauverfahren

Die Wahl des Bauverfahrens hängt von Verkehrslage, Baugrund, Grundwasser, Bauraum und Bauzeit ab. Häufige Verfahren sind offene Bauweise mit Baugrubensicherung, Deckelbauweise unter Aufrechterhaltung des Verkehrs sowie Unterpress- und Einschubverfahren für kurze Sperrpausen, etwa unter Bahntrassen. Im urbanen Bestand sind geringe Erschütterungen, Staub- und Lärmminderung entscheidend. Das begünstigt den selektiven Betonabtrag mit hydraulischen Anbaugeräten und handgeführten Systemen. Hydraulikaggregate der Darda GmbH versorgen dabei kompakte Werkzeuge mit hoher Leistung bei kontrollierter Bedienung.

Offene Bauweise

Nach Herstellung der Baugrube mittels Spundwänden, Bohrpfählen oder Spritzbeton wird der Rahmen als Ortbeton oder mit Fertigteilen erstellt. Anschließend folgen Abdichtung, Entwässerung und Hinterfüllung. Bei beengten Verhältnissen reduziert ein abschnittsweiser Betonabtrag mit Betonzangen Eingriffe in Sicherungselemente.

Deckelbauweise

Die Decke wird zuerst errichtet und dient als temporäre Verkehrsfläche. Danach erfolgt der Aushub unter dem Deckel. Das schränkt den Freiraum ein: Geräte mit schlankem Aufbau und punktgenauer Krafteinleitung – z. B. Stein- und Betonspaltgeräte – sind für lokale Öffnungen und Sollbruchstellen vorteilhaft.

Unterpressen und Einschieben

Fertigteilrahmen oder geschlossene Kästen werden unter Verkehrswegen hindurchgepresst oder eingeschoben. Beim Einschubfenster sind präzise Beton- und Erdarbeiten nötig. Für Anpassungen an Störkanten, Übergängen und Fundamentköpfen sind Betonzangen sinnvoll, während Spaltzylinder massive Blöcke spannungsarm lösen.

Instandsetzung und Verstärkung im Bestand

Unterführungen unterliegen Frost-Tausalz-Belastung, Chloridpenetration und Ermüdung. Typische Maßnahmen sind Betonersatz an Kanten und Kappen, Risssanierung, Fugenerneuerung, Abdichtungs- und Entwässerungsverbesserungen sowie Querschnittsverstärkungen. Um den Verkehr zu schonen, werden Bauteile selektiv und erschütterungsarm bearbeitet:

  • Betonzangen für den Abtrag schadhaft gewordener Zonen (Kappen, Randbalken, Deckenunterseiten) bei kontrollierter Freilegung der Bewehrung.
  • Stein- und Betonspaltgeräte zur rissgesteuerten Öffnung massiver Bereiche (Widerlager, Fundamentverdickungen), um Bruchkanten zu definieren und Schwingungen zu minimieren.
  • Kombischeren, Multi Cutters und Stahlscheren zum Trennen freigelegter Bewehrung, Einbauteile und Träger.

Teilabbruch, Rückbau und Ersatzneubau

Wenn die Nutzungsanforderungen steigen oder Schäden fortgeschritten sind, wird der selektive Rückbau wichtiger Bauteile oder der vollständige Rückbau mit Ersatzneubau erforderlich. Unter Bahn- und Straßenanlagen sind Sperrpausen knapp bemessen; das Verfahren muss reproduzierbar, schnell und kontrolliert sein:

  1. Verschneiden und Entkoppeln von Bauteilen in Abschnitten.
  2. Vorbereitung von Sollbruchfugen durch Bohrungen und kontrolliertes Spalten mit Steinspaltzylindern.
  3. Stückweises Abquetschen und Reduzieren der Betonkubatur mit Betonzangen bis zur handelbaren Stückgröße.
  4. Trennen von Bewehrungsstahl und Einbauteilen mit Stahlscheren oder Kombischeren.
  5. Materiallogistik unter beengten Bedingungen mit klaren Hebe- und Transportwegen.

Besondere Randbedingungen

Im Bestand sind Leitungen, Kabeltrassen, Entwässerung und provisorische Abstützungen zu schützen. Erschütterungsarme Methoden – Spalttechnik statt Schlag – mindern Risiken für sensible Anlagen und reduzieren Belästigungen für Anwohner.

Einsatzbereiche und Bezüge zur Praxis

Arbeiten an Unterführungen berühren mehrere Einsatzbereiche der Darda GmbH:

  • Betonabbruch und Spezialrückbau: selektives Öffnen und Abtragen stark bewehrter Bauteile, ohne angrenzende Bereiche zu schädigen.
  • Entkernung und Schneiden: gezielte Öffnungen für Leitungsdurchführungen, Querschnittsanpassungen und Einbauteile in Bestandsrahmen.
  • Felsabbruch und Tunnelbau: bei Unterführungen in felsigem Terrain oder bei Anschlussbereichen wirkt kontrolliertes Spalten als erschütterungsarme Alternative.
  • Sondereinsatz: kurzfristige Schadensbeseitigungen nach Anprallereignissen oder bei akuten Durchfeuchtungen mit zeitlich engen Sperrfenstern.

Geräte- und Verfahrenswahl im Detail

Die Kombination aus Hydraulikaggregat, Betonzange, Spaltzylinder und Schneidwerkzeugen wird projektbezogen gewählt. Maßgebend sind Bauteildicke, Bewehrungsgrad, Zugänglichkeit, zulässige Erschütterungen und Umgebungsauflagen.

Betonzangen

Sie eignen sich für plattenartige und balkenartige Bauteile. Vorteile sind kontrollierte Kantenqualität, dosierte Bruchbildung und gleichzeitige Freilegung der Bewehrung. In Unterführungen mit niedriger Bauhöhe ist die Handhabung kompakter Zangen unter Hilfsabstützungen ein Plus.

Stein- und Betonspaltgeräte

Durch definierte Bohrlochbilder entstehen Rissflächen dort, wo sie statisch und logistisch benötigt werden. Das Verfahren ist vibrationsarm und leise – wichtig bei Arbeiten unter Verkehr oder in Sperrpausen an Bahnunterführungen.

Hydraulikaggregate und ergänzende Werkzeuge

Hydraulikaggregate liefern die nötige Energie für die Werkzeuge. Kombischeren, Multi Cutters und Stahlscheren trennen Bewehrungen, Träger, Geländer und Anbauteile. Die Auswahl richtet sich nach Stahlgüte, Querschnitt und Zugänglichkeit.

Entwässerung, Abdichtung und Dauerhaftigkeit

Unterführungen benötigen funktionsfähige Entwässerung, um Spritzwasser und Grundwasser sicher abzuführen. Abdichtungen und Fugenbänder schützen den Beton vor Chloriden. Bei Sanierungen sind Übergänge zwischen Alt- und Neubestand besonders sorgfältig auszuführen; der Abtrag bis auf tragfähigen, chloridarmen Beton gelingt präzise mit Betonzangen, ohne unnötig viel Substanz zu entfernen.

Arbeitsschutz, Umwelt- und Nachbarschaftsschutz

Baustellen an Unterführungen liegen oft dicht an Verkehr und Bebauung. Daraus folgen Anforderungen an Staubbindung, Lärmreduzierung, Medienmanagement und Erschütterungsschutz. Das kontrollierte Spalten und das schrittweise Quetschen von Beton minimieren Emissionen. Sicherheitsmaßnahmen umfassen tragfähige Abstützungen, klare Sperrzonen, sicheres Heben sowie Medienabschaltungen. Rechtliche Vorgaben und behördliche Auflagen sind stets allgemein zu beachten; projektspezifische Anforderungen werden vor Ort mit den zuständigen Stellen abgestimmt.

Qualitätssicherung und Dokumentation

Für Planung, Bau und Rückbau sind baubegleitende Kontrollen unerlässlich: Prüfkonzepte, Bauteilfreigaben, Messungen von Erschütterungen und Lärm, Nachweise für Materialtrennung und Entsorgung sowie Dokumentation der Bewehrungsfreilegung und Betonersatzbereiche. Sicht- und Maßkontrollen an Schnitt- und Bruchkanten sichern die Basis für Abdichtung, Fugen und weitere Ausbaugewerke.

Typische Herausforderungen und Lösungen

  • Beengte Zugänge: Abschnittsbildung, kleine Werkzeuggeometrien, modulare Hydraulikaggregate.
  • Hoher Bewehrungsgrad: Kombination aus Betonzange und Scheren für effizientes Trennen.
  • Grundwasser: Abdichtungskonzepte, temporäre Dichtsohlen; selektiver Abtrag ohne unnötige Vibration.
  • Kurze Sperrzeiten: vorgeplante Spalt- und Schnittmuster, Logistikketten für schnellen Abtransport.

Praxisnahe Vorgehensweise beim Abtrag eines Widerlagers

Erst wird die Bewehrungslage sondiert und der Arbeitsbereich abgestützt. Danach folgen Bohrungen entlang der geplanten Trennfugen. Spaltzylinder erzeugen definierte Risse, die Bauteile werden mit Betonzangen in transportfähige Segmente zerlegt, Bewehrungen werden mit Stahlscheren getrennt. Das reduziert Erschütterungen, schützt angrenzende Bauteile und beschleunigt die Folgearbeiten.