Ein Stromaggregat ist auf Baustellen, im Betonabbruch, beim Spezialrückbau sowie im Fels- und Tunnelbau oft die zentrale Energiequelle. Es versorgt elektrische Verbraucher zuverlässig mit Spannung und Frequenz – vom Hydraulikaggregat für Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräte von Darda bis zu Beleuchtung, Lüftung, Pumpen und Messgeräten. Gerade dort, wo kein Netzanschluss verfügbar oder die Versorgung unzuverlässig ist, ermöglicht ein passendes Stromaggregat den planbaren Einsatz der Werkzeuge und Systeme der Darda GmbH.
Definition: Was versteht man unter Stromaggregat
Unter einem Stromaggregat (auch Generator, Stromerzeuger oder Netzersatzanlage) versteht man eine Einheit aus Antriebsmotor und Generator, die mechanische in elektrische Energie umwandelt. Baustellentaugliche Geräte liefern in der Regel 50 Hz bei 230 V (einphasig) oder 400 V (dreiphasig) und sind so ausgelegt, dass sie Anlaufströme von Motoren, die Spannungsstabilität und die Schutzfunktionen für den sicheren Betrieb elektrischer Verbraucher gewährleisten. Für Anwendungen der Darda GmbH – etwa die Versorgung von Hydraulikaggregaten, die wiederum Betonzangen, Kombischeren, Multi Cutters, Stahlscheren, Tankschneider oder Steinspaltzylinder antreiben – ist ein Stromaggregat häufig das Bindeglied zwischen Baustellenwirklichkeit und verlässlicher Energiezufuhr.
Aufbau und Funktionsweise eines Stromaggregats
Ein typisches Baustellenaggregat besteht aus einem Verbrennungsmotor (Diesel oder Ottomotor), einem Synchrongenerator, Regelung (AVR oder Inverter), Kraftstoffsystem, Schallschutz, Kühlung und Schutzgeräten (Überstrom, Temperatur, Öl, RCD/Fehlerstromschutz sofern vorhanden). Der Generator erzeugt je nach Ausführung ein- oder dreiphasigen Strom. Eine automatische Spannungsregelung (AVR) hält die Spannung bei Lastwechseln stabil; Inverter-Aggregate formen aus der Generatorspannung eine besonders saubere Wechselspannung mit geringer Oberwellenverzerrung (THD). Für den Betrieb von Elektromotoren in Hydraulikaggregaten ist Spannungs- und Frequenzstabilität entscheidend, um Anlaufverhalten, Erwärmung und Lebensdauer positiv zu beeinflussen.
Anforderungen im Betonabbruch, Spezialrückbau und Felsabbruch
In den Einsatzbereichen der Darda GmbH trifft ein Stromaggregat auf spezifische Anforderungen:
- Betonabbruch und Spezialrückbau: selektiver Rückbau mit Betonzangen, Kombischeren und Multi Cutters erfordert leise, emissionsarme und spannungsstabile Versorgung – oft in Innenstädten oder Gebäuden mit sensibler Umgebung.
- Entkernung und Schneiden: wechselnde Lasten, häufige Starts der Hydraulikaggregate, zusätzliche Verbraucher wie Schlamm- und Kühlwasserpumpen sowie Beleuchtung.
- Felsabbruch und Tunnelbau: Inselbetrieb, lange Kabelstrecken, Staubbelastung, eingeschränkte Belüftung; Aggregate werden bevorzugt außerhalb kritischer Bereiche aufgestellt.
- Natursteingewinnung: kontinuierlicher Betrieb für Stein- und Betonspaltgeräte und Steinspaltzylinder, robuste Konstruktion, lange Laufzeiten und Kraftstoffautonomie.
- Sondereinsatz: temporäre Netzeinspeisung, Redundanz, besondere Schutzmaßnahmen und Lastmanagement für sensible Geräte.
Dimensionierung: kW, kVA und Anlaufströme richtig einplanen
Die korrekte Auslegung beginnt bei der Summe aller Leistungen, der Art der Verbraucher und deren Einschaltverhalten. Hydraulikaggregate für Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräte werden häufig von Drehstrommotoren angetrieben, deren Anlaufstrom ein Mehrfaches des Nennstroms betragen kann.
Grundlagen der Leistungsangabe
Generatoren werden in kVA angegeben. Für ohmsche Lasten entspricht kW ≈ kVA × cos φ. Bei Motorlasten ist mit Leistungsfaktor und Wirkungsgrad zu rechnen. Zusätzlich sind Reserven für Anlaufströme vorzusehen.
Anlaufströme von Motoren
- Direktstart: typischer Anlaufstrom 5–7 × Nennstrom
- Sanftanlauf/Frequenzumrichter: Anlaufstrom 1,5–3 × Nennstrom
- Hydraulikaggregate mit Druckentlastung beim Start reduzieren den Anlaufbedarf spürbar
Beispielrechnung (vereinfachte Orientierung)
Ein 7,5 kW-Drehstrommotor (cos φ ≈ 0,85) für ein Hydraulikaggregat zur Versorgung einer Betonzange:
- Nennscheinleistung: 7,5 kW / 0,85 ≈ 8,8 kVA
- Mit Direktstart (6 ×): Aggregat häufig 3–4 × Nennscheinleistung → ca. 26–35 kVA
- Mit Sanftanlauf (2 ×): Aggregat 1,6–2,5 × → ca. 14–22 kVA
Hinweis: Das sind praxisnahe Richtwerte. Exakte Werte hängen von Motordaten, Startverfahren, Generatorregelung (AVR/Inverter) und Leitungslängen ab.
Lastmanagement und Leistungsspitzen
Parallel betriebene Verbraucher (z. B. Hydraulikaggregat, Pumpe, Beleuchtung) sollten so geschaltet werden, dass Anlaufspitzen zeitlich versetzt auftreten. Nie alle großen Motoren gleichzeitig starten, sofern das Aggregat nicht dafür dimensioniert ist.
Stromqualität, Frequenz und Schutzfunktionen
Für die zuverlässige Versorgung von Hydraulikaggregaten und Steuerungen sind THD, Spannungsregulation und Frequenzkonstanz bedeutsam. Inverter-Aggregate liefern eine sehr saubere Sinusspannung, klassische Synchrongeneratoren mit AVR sind robust und für Motorlasten gut geeignet, wenn sie ausreichend dimensioniert sind.
Spannungsfall und Leitungslängen
Lange Zuleitungen zwischen Stromaggregat, Baustromverteiler und Verbraucher erhöhen den Spannungsfall und den Anlaufstrombedarf. Größere Kabelquerschnitte und kurze Leitungswege verbessern das Startverhalten der Motoren in Hydraulikaggregaten.
Schutzmaßnahmen
- Fehlerstromschutz: Auswahl und Einsatz immer entsprechend allgemeiner Regeln der Elektrotechnik; bei drehzahlgeregelten Antrieben können besondere Ausführungen erforderlich sein.
- Erdung/Potentialausgleich: standort- und anwendungsabhängig planen; Inselbetrieb, Erdspieße und Verbindung zu leitfähigen Teilen sind fachgerecht zu beurteilen.
- Überstrom-/Übertemperaturschutz: auf ausreichende Absicherung der Abgänge und auf die vom Hersteller vorgesehenen Schutzorgane achten.
Kraftstoff, Emissionen und Schall
Die Auswahl des Antriebs wirkt sich auf Betrieb, Umwelt und Genehmigung aus.
- Dieselaggregate: hohe Effizienz und lange Laufzeit, für Dauerbetrieb geeignet.
- Benzinaggregate: leichter und kompakt, oft für kleinere Leistungen und mobile Einsätze.
- Schallgedämmte Kapsel: reduziert Schallleistungspegel – wichtig bei innerstädtischen Rückbauarbeiten mit Betonzangen oder Kombischeren.
- Abgasführung und Belüftung: Abgase dürfen nicht in Arbeitsbereiche oder Tunnelzonen strömen; ausreichende Frischluftzufuhr einplanen.
- Emissionsanforderungen: regional unterschiedlich; Einsätze in sensiblen Bereichen erfordern ggf. zusätzliche Maßnahmen.
Aufstellung, Transport und Umgebungseinflüsse
Damit ein Stromaggregat die Hydraulikaggregate der Darda GmbH zuverlässig speist, sind Standort und Peripherie sorgfältig zu planen.
Aufstellort
- Fester, ebener Untergrund, ausreichender Abstand zu Gebäuden und brennbaren Stoffen
- Gute Belüftung, keine Rezirkulation heißer Abluft
- Witterungsschutz, IP-geeignete Steckdosen/Verteiler bei Staub und Feuchtigkeit
Kabel und Verteilung
- Ausreichender Leiterquerschnitt zur Begrenzung des Spannungsfalls
- Robuste Baustromverteiler, mechanischer Schutz gegen Beschädigung
- Kennzeichnung der Stromkreise und eindeutige Zuordnung der Lasten
Derating und Betriebshöhe
Bei hoher Umgebungstemperatur oder großer Höhe über dem Meeresspiegel sinken Leistungsvermögen und Kühlreserve. Auslegungsreserven vorsehen.
Praxisnahe Einsatzszenarien mit Produkten der Darda GmbH
- Betonabbruch im Innenstadtbereich: schallgedämmtes Dieselaggregat versorgt ein elektrisch betriebenes Hydraulikaggregat, das eine Betonzange antreibt. Startströme werden per Sanftanlauf begrenzt, Beleuchtung und Entstaubung laufen auf separaten Abgängen.
- Natursteingewinnung im Steinbruch: ein robustes Drehstromaggregat speist Hydraulikaggregate für Stein- und Betonspaltgeräte sowie Steinspaltzylinder. Lange Zuleitungen werden mit größerem Querschnitt ausgeführt, um Spannungsfall zu reduzieren.
- Tunnelvortrieb und Sondereinsatz: das Stromaggregat steht außerhalb der Tunnelröhre; Hydraulikaggregate für Kombischeren, Multi Cutters oder Stahlscheren werden über wetterfeste Verteiler versorgt, Abwärme und Abgase bleiben außerhalb des Arbeitsraums.
- Entkernung und Schneiden in Bestandsgebäuden: ein kompaktes Aggregat stellt 400 V für das Hydraulikaggregat und 230 V für Nebenverbraucher bereit; Anlaufspitzen werden durch zeitversetztes Zuschalten gemanagt.
Betrieb, Wartung und Verfügbarkeit
Die Verfügbarkeit eines Stromaggregats entscheidet über den Ablauf auf der Baustelle – insbesondere, wenn Hydraulikaggregate für Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräte kontinuierlich laufen.
- Wartungsintervalle einhalten (Öl, Filter, Kühlung, Dichtungen)
- Kraftstoffqualität sichern, Betankung nur im Stillstand und mit Auffangschutz
- Prüfung der Schutzorgane, Sichtkontrolle von Kabeln und Steckverbindungen
- Ersatzteile und Betriebsstoffe vorrätig halten, Betriebsstunden dokumentieren
Kosten, Effizienz und Lastprofil
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Lastprofil ab. Ein dauerhaft im Teillastbereich betriebenes, zu großes Aggregat verbraucht relativ viel Kraftstoff. Besser ist eine Auslegung, die die typische Dauerlast effizient abdeckt und Leistungsspitzen über Startmanagement, Sanftanlauf oder kurzzeitig höhere Reserven abfängt. Wo möglich, können Lastbündelung und zeitliche Entzerrung den Kraftstoffverbrauch senken und die Geräuschentwicklung reduzieren.
Checkliste für Auswahl und Betrieb
- Verbraucher erfassen: Leistung, Phase (230/400 V), Anlaufverhalten; Hydraulikaggregate für Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräte priorisieren.
- Aggregatleistung bestimmen: kVA mit Reserven für Anlaufströme, Spannungsstabilität und Leitungslängen.
- Qualität der Versorgung: AVR oder Inverter passend zu Motorlasten und Steuerungen wählen.
- Kraftstoff und Schall: Laufzeitbedarf, Emissions- und Lärmvorgaben am Einsatzort prüfen.
- Aufstellung und Kabel: Belüftung, Witterungsschutz, Querschnitte, Schutzgeräte, Erdung/Potentialausgleich planen.
- Lastmanagement: Startreihenfolge festlegen, parallele Spitzen vermeiden.
- Wartung und Dokumentation: Intervalle, Betriebsstunden, Prüfungen und Ersatzteilhaltung organisieren.
Technische Vertiefung: Schnittstellen zu Hydraulikaggregaten
Hydraulikaggregate der Darda GmbH wandeln elektrische in hydraulische Leistung für Werkzeuge wie Betonzangen, Kombischeren oder Steinspaltzylinder. Für einen störungsarmen Betrieb empfiehlt sich:
- Ausreichende Generatorträgheit und Regelgüte, damit Druckspitzen (Lastsprünge) am Hydraulikventil die Spannung nicht abreißen lassen.
- Gegebenenfalls Einsatz von Sanftanlauf oder Frequenzumrichter; dabei auf kompatible Fehlerstromschutztechnik achten.
- Hydraulikstart möglichst bei druckentlastetem System; Steuerung so auslegen, dass der Motor erst nach Erreichen der Nennfrequenz belastet wird.
- Spannungsfall auf der Zuleitung zum Hydraulikaggregat klein halten; Stecker und Kupplungen in Schutzart passend zur Umgebung wählen.





















