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Darda GmbH
Im Tal 1
78176 Blumberg

Sicherungsstollen

Sicherungsstollen sind unterirdische, meist horizontal oder leicht geneigt verlaufende Hohlräume, die Bauwerke, Hänge oder bestehende Tunnel konstruktiv entlasten, entwässern und zugänglich machen. Sie verbinden geotechnische Stabilisierung mit kontrollierter Wasserführung und ermöglichen in sensiblen Umfeldern eine risikoarme Bauausführung. In Planung, Bau, Instandhaltung und Rückbau solcher Stollen kommen im Bedarfsfall auch hydraulische Werkzeuge wie Stein- und Betonspaltgeräte oder Betonzangen zum Einsatz, um Material kontrolliert, erschütterungsarm und präzise zu trennen. Typische Einsatzfelder sind Hang- und Bauwerkssicherungen, Unterfahrungen bestehender Infrastrukturen sowie Wasserableitungen in belasteten Gebirgslagen; entscheidend sind eine maßhaltige Ausführung und minimierte Immissionen.

Definition: Was versteht man unter einem Sicherungsstollen?

Ein Sicherungsstollen ist ein Hilfs- bzw. Nebenstollen, der primär der Stabilisierung und Entlastung des anstehenden Gebirges oder eines Bauwerks dient. Er kann Gebirgs- und Porenwasserdruck reduzieren, das Gebirge ausgleichen, den Baugrund erschließen und als Zugangs- oder Inspektionsstollen fungieren. Abhängig von Zweck, Geologie und Lage wird der Ausbau mit Spritzbeton, Ankern, Stahlbögen oder Innenschale ausgeführt, die Wasserführung über Drainagen geregelt und die Lüftung bedarfsgerecht sichergestellt. Je nach Projekt wird der Stollen temporär zur Bauzustandssicherung betrieben oder als dauerhaftes Betriebsbauwerk mit definierten Anforderungen an Dichtigkeit, Tragfähigkeit und Inspektion vorgesehen.

Aufgaben und Funktionen eines Sicherungsstollens

Sicherungsstollen übernehmen eine Reihe technischer Funktionen, die sich je nach Projekt überlagern:

  • Entlastung des Gebirgs- und Wasserdrucks zur Reduktion von Verformungen und zur Nachweisführung der Standsicherheit.
  • Gezielte Entwässerung und Drainage zur Senkung des Wasserspiegels, zur Ableitung von Schicht- und Klüftwasser sowie zur Minimierung von Erosions- und Auftriebskräften.
  • Erkundung und Überwachung des Baugrunds (Probebohrungen, Inklinometer, Piezometer), um Bauzustand und geotechnische Parameter zu validieren.
  • Zugang, Logistik und Rettung: temporäre Erschließung für Baugeräte, Material, Inspektion und gegebenenfalls als Fluchtweg.
  • Bauvorbereitung und -begleitung: Vorentlastung, Vorentwässerung und Querschnittsvortriebe für spätere Hauptbauwerke.
  • Einbindung von Monitoring- und Alarmkonzepten zur laufenden Beurteilung von Verformungen, Wasserständen und Lastpfaden.
  • Risikoreduktion im Umfeld sensibler Infrastruktur durch kontrollierte Eingriffe und planbare Bauphasen.

Geotechnische Planung und Auslegung

Die Auslegung eines Sicherungsstollens folgt den Randbedingungen aus Geologie, Hydrogeologie, Topografie und der Nachbarschaft sensibler Bauwerke. Grundlage sind eine belastbare Erkundung, ein konservativer Sicherheitsansatz und eine Planung der Bauphasen. Ergänzend werden numerische Berechnungen, Sensitivitätsanalysen und ein dokumentiertes Risikoregister herangezogen, um Varianten zu bewerten, Bauzustände abzusichern und Anpassungen nach dem Beobachtungsprinzip zu ermöglichen.

Lage, Trassierung und Querschnitt

Die Trasse wird so gewählt, dass kritische Scherzonen, Lockergesteinslinsen und Wasserzutritte beherrschbar bleiben. Querschnittsformen (z. B. Kreis, Hufeisen, Rechteck) richten sich nach Spannungszustand, Ausbaukonzept und erforderlicher Betriebsfunktion. Mindestüberdeckungen, Abstände zu Fundamenten und Leitungen sowie Bau-logistische Anforderungen werden frühzeitig festgelegt, um Spannungsumlagerungen und Setzungsrisiken zu begrenzen.

Ausbau und Abdichtung

  • Temporärer Ausbau: Spritzbeton, Faserbewehrung, Gitterbögen, Gebirgsanker für die Frühsicherung.
  • Dauerhafter Ausbau: Innenschale aus Beton, gegebenenfalls mit Abdichtungsbahn; dränfähige Hinterfüllung zur kontrollierten Wasserführung.
  • Krafteinleitung: Bauwerksanschlüsse mit definierten Gleit- und Festlagern zur Vermeidung unkontrollierter Zwangskräfte.
  • Abdichtungskonzepte: druckwasserdichte Systeme mit definierten Fugenbändern und kontrollierten Wassersperren für dauerhafte Dichtigkeit.
  • Qualitätssicherung: Prüfpläne für Spritzbeton, Ankerzugversuche, Dichtigkeitsprüfungen und eine lückenlose Dokumentation der Einbauteile.

Wasserführung und Drainage

Drainleitungen, Querschläge und Sammelpunkte leiten das Wasser gefasst ab. Der Nachweis gegen Rückstau, Vereisung und Sedimentation gehört ebenso dazu wie die sichere Einleitung nach geltenden Regeln. Baustoffe und Einbauteile sind auf chemische Beständigkeit gegenüber Wässern und Gasen auszuwählen. Ergänzend sind Filterschichten, Spülmöglichkeiten, Inspektionsschächte und Sedimentfallen vorzusehen, um die Wartbarkeit der Drainage über die Lebensdauer sicherzustellen.

Bauverfahren und Ausführung

Das Bauverfahren wird auf die Umgebung (Fels, Lockergestein, urbane Nähe) abgestimmt. Neben klassischen Bohren-und-Sprengen-Verfahren haben sich erschütterungsarme mechanische Methoden durchgesetzt, wenn Nachbarbauwerke, Betriebsanlagen oder empfindliche Auskleidungen zu schützen sind. Eine Erschütterungs- und Lärmprognose mit begleitendem Messkonzept sowie staubmindernde Maßnahmen bilden die Grundlage für eine anwohnerverträgliche und rechtssichere Ausführung.

Vortrieb im Fels

  • Konventioneller Vortrieb (NÖT): Abschnittsweiser Abtrag mit Spritzbeton-Zwischensicherung und systematischer Ankerung.
  • Erschütterungsarme Alternativen: Gesteinsspalten mit Stein- und Betonspaltgeräten oder Steinspaltzylindern zur kontrollierten Rissinitiierung und Nachbruchminimierung.
  • Profilkorrekturen: Feinabtrag an Kanten und Störstellen ohne Zusatzsprengung, um Ausbauqualitäten zu sichern.
  • Begleitendes Monitoring: kontinuierliche Messungen von Verformungen und Wasserzutritten zur Steuerung von Taktlängen und Sicherungsintensität.

Vortrieb in Beton oder im Einfluss bestehender Bauwerke

  • Betonabtrag: Selektiver Rückbau temporärer Querschnittsverschlüsse, Dämme oder Innenschalen mit Betonzangen für funkenarme, staubreduzierte Trennung.
  • Bewehrung: Abtrennen und Rückbau von Einbauteilen mit Stahlscheren oder Kombischeren; Nacharbeit an Übergängen mit Multi Cutters.
  • Energieversorgung: Hydraulikaggregate dimensionieren Durchfluss und Druck für konstante Werkzeugleistung unter eingeschränkten Platzverhältnissen.
  • Kanten- und Oberflächenschutz: Schutz der Bestandsauskleidung durch Abdeckungen, definierte Trennschnitte und nachfolgende Reprofilierung.

Querschnittsaufweitung, Nischen und Querverbindungen

Für Pumpensümpfe, Ausweichbuchten, Techniknischen oder Querstollen sind punktgenaue, kontrollierte Abträge nötig. Mechanisches Spalten und Zangenverfahren ermöglichen kleine Taktlängen, kurze Sperrpausen und eine hohe Maßhaltigkeit, was insbesondere in Betriebsstollen mit laufendem Wasser von Vorteil ist. Vorbereitete Schalungskonzepte und passgenaue Bewehrungseinheiten beschleunigen den Einbau und sichern reproduzierbare Qualitäten.

Materialtrennung im Sicherungsstollen: emissionsarm und kontrolliert

Die Trennung von Fels und Beton im Stollenraum muss Vibrationen, Lärm, Staub und Funkenflug minimieren. Betonzangen erlauben die Lastpfad-gerechte Zerkleinerung von Beton bei reduzierter Randbeschädigung; Stein- und Betonspaltgeräte erzeugen im Fels definierte Trennfugen, die anschließend mit geringem Energieeinsatz aufgeweitet werden. Dadurch lassen sich Setzungen in angrenzenden Bauwerken reduzieren und wasserführende Klüfte gezielt öffnen oder verschließen. Ergänzende Maßnahmen wie Wassernebel, punktuelle Absaugung und eine optimierte Taktlogistik senken Immissionen zusätzlich und erhöhen die Arbeitssicherheit.

Arbeitssicherheit, Explosionsschutz und rechtliche Rahmenbedingungen

Sicherungsstollen unterliegen hohen Anforderungen an Lüftung, Staub- und Gasmanagement, Flucht- und Rettungswege sowie Elektrosicherheit. Maßnahmen zu Explosionsschutz, Wasserhaltung und Notstrom sind projektbezogen festzulegen. Vorgaben aus Regelwerken und behördlichen Auflagen sollten frühzeitig berücksichtigt, Betriebsanweisungen schriftlich fixiert und die Qualifikation des Personals regelmäßig nachgewiesen werden. Eine systematische Gefährdungsbeurteilung mit Freigabeprozessen, Gaswarntechnik, Unterweisungen und Notfallübungen ist verbindlich zu etablieren. Angaben in diesem Text sind allgemeiner Natur und ersetzen keine projekt- oder standortspezifischen Prüfungen.

Instandhaltung und Rückbau von Sicherungsstollen

Im Betrieb sind Zustandskontrollen der Auskleidung, der Drainage und der Messstellen wesentlich. Bei Sanierungen oder Stilllegung geht es häufig um den selektiven Rückbau einzelner Bauteile, das Verschließen von Drainagen oder das Anbringen von Dämmen. Hier bewähren sich kontrollierte Trenntechniken: Betonzangen für Innenschalen und Bauteilkanten, Stahlscheren für Bewehrung und Einbauteile, Stein- und Betonspaltgeräte für Felsabbrüche mit begrenztem Überbruch. Hydraulikaggregate sichern die Versorgung auch in beengten Stollenquerschnitten. Zustandsklassen, Inspektionsintervalle und eine Lebenszyklusplanung unterstützen die wirtschaftliche Erhaltung und eine geordnete Stilllegung.

Schnittstellen zu Einsatzbereichen der Darda GmbH

  • Felsabbruch und Tunnelbau: Vortrieb, Profilkorrekturen und Nischen mit erschütterungsarmen Spaltverfahren; Ergänzung des konventionellen Ausbaus.
  • Betonabbruch und Spezialrückbau: Rückbau temporärer Bauzustände, Innenschalen oder Querschnittsverengungen im laufenden Betrieb mit Betonzangen.
  • Entkernung und Schneiden: Selektives Entfernen von Einbauten, Ankern, Kabeltrögen und Schachtabdeckungen mit Stahlscheren, Kombischeren oder Multi Cutters.
  • Natursteingewinnung: Angewandte Spalttechnik übertragbar auf bergmännische Blöcke, wenn Materialführung und Schonung der Umgebung priorisiert sind.
  • Sondereinsatz: Arbeiten in wasserführenden Stollen, unter beengten Platzverhältnissen oder nahe sensibler Infrastruktur mit funkenarmen, emissionsarmen Verfahren.

Praxisorientierte Abläufe im Bau von Sicherungsstollen

  1. Erkundung und Planung: Aufschluss, Messkonzept, Bauzustände, Ausbaustufen und Wasserführung definieren.
  2. Vortriebsvorbereitung: Lüftung, Energieversorgung durch Hydraulikaggregate, Wasserhaltung und Rettungswege einrichten.
  3. Vortrieb und Sicherung: Abschnittsweiser Abtrag, Frühsicherung, Drainageeinbau; bei Bedarf mechanisches Spalten und Zangenarbeiten.
  4. Ausbau: Spritzbeton, Anker, Gitterbögen, Innenschale, Abdichtung und dauerhafte Entwässerung.
  5. Inbetriebnahme und Monitoring: Kontrolle von Verformung, Durchfluss, Zustand der Auskleidung; planmäßige Wartung.
  6. Dokumentation und Übergabe: As-built-Unterlagen, Monitoringdaten und Wartungsvorgaben strukturiert bereitstellen.
  7. Risikoadaption: Auswertung der Messergebnisse und Anpassung von Sicherungs- sowie Entwässerungsmaßnahmen im Betrieb.

Umwelt- und Anwohnerverträglichkeit

In urbanen oder ökologisch sensiblen Lagen sind geringe Erschütterungen, minimierter Lärm und begrenzter Staub ausschlaggebend. Mechanische Spalttechnik und Betonzangen reduzieren Immissionen, begrenzen Überbruch und erleichtern den Schutz benachbarter Leitungen oder Bauwerke. Die gezielte Wasserführung im Sicherungsstollen verhindert unkontrollierte Abflüsse und trägt zum Schutz der Umgebung bei. Ergänzend sichern Überwachungsmessungen, abgestimmte Arbeitszeiten und transparente Kommunikation die Verträglichkeit mit angrenzender Nutzung.

Terminologie und Abgrenzung

Sicherungsstollen sind von reinen Entwässerungs- oder Rettungsstollen abzugrenzen, obwohl Funktionen überlappen können. Im Gegensatz zu Montage- oder Logistikstollen steht bei Sicherungsstollen die geotechnische Entlastung im Vordergrund. Je nach Projekt spricht man auch von Entlastungs-, Druckentlastungs- oder Entwässerungsstollen; entscheidend ist die planmäßige Wirkung auf Spannungen, Wasserstände und Zugänglichkeit. Abgrenzungen können zudem über Betriebsdauer, Ausbaustandard und Inspektionsaufgaben erfolgen, die den Charakter als temporäres Hilfsbauwerk oder dauerhaftes Bauwerk präzisieren.

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