Ziegelbau

Der Ziegelbau bezeichnet die Errichtung und den Umbau von Bauwerken aus gebrannten Tonsteinen. Er verbindet hohe Dauerhaftigkeit mit guten bauphysikalischen Eigenschaften und ist sowohl im Neubau als auch im Bestand prägend. In der Praxis treffen Ziegelmauerwerk und Stahlbeton häufig aufeinander – etwa bei Decken, Stürzen, Ringankern oder Fundamenten. Für Eingriffe, Anpassungen und den selektiven Rückbau sind erschütterungsarme und präzise Verfahren entscheidend, bei denen hydraulische Werkzeuge wie präzise Betonzangen für Stahlbetonrückbau und hydraulische Stein- und Betonspaltgeräte im Einsatz – mit passenden Hydraulikaggregaten für diese Werkzeuge betrieben – eine wichtige Rolle spielen.

Definition: Was versteht man unter Ziegelbau

Unter Ziegelbau versteht man die Bauweise mit tragendem oder nichttragendem Ziegelmauerwerk, errichtet aus Vollziegeln, Hochlochziegeln oder Klinkern, vermauert mit Mörtel oder Dünnbettmörtel und ergänzt durch Bauteile wie Ringanker, Stürze und Deckenauflager. Ziegelmauerwerk kann einschalig oder mehrschalig ausgeführt werden und zeichnet sich durch gute Wärme- und Schallschutzeigenschaften, hohe Feuerwiderstandsdauer, Maßhaltigkeit und eine robuste, leicht bearbeitbare Oberfläche aus. In Mischbauweisen übernimmt Stahlbeton die Aufgaben der Aussteifung und Auflagerung, während Ziegelwände Lasten in die Gründung ableiten und Raumabschlüsse bilden.

Aufbau und Materialeigenschaften von Ziegelmauerwerk

Ziegel entstehen aus Tonrohstoffen, die geformt, getrocknet und gebrannt werden. Das Lochbild (bei Hochlochziegeln), die Rohdichte und die Brennkurve beeinflussen Druckfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit und Frostbeständigkeit. Mörtelgruppen und Fugenbild bestimmen die Verbundwirkung zwischen Stein und Mörtel; Dünnbettmörtel reduziert Fugenstärken und Wärmebrücken. Übliche Verbände (z. B. Läufer- oder Binderverbände) verteilen Lasten, reduzieren Zwangsspannungen und verbessern die Risssicherheit. Ergänzend kommen Putz- und Vorsatzschalen für Witterungsschutz, Schallschutz und Gestaltung hinzu. Typische Bauteile sind tragende Quer- und Längswände, nichttragende Trennwände, Stürze über Öffnungen, Ringbalken/Ringanker zur Aussteifung sowie Auflager für Decken und Dach.

Planung und Ausführung im Ziegelbau

Die Planung umfasst die Tragwerksbemessung, Anschlussdetails, Wärme- und Feuchteschutz sowie den baulichen Brandschutz. Sorgfältige Ausführung verhindert Fehlstellen, minimiert Rissrisiken und sichert die Gebrauchstauglichkeit. Mauerwerk ist druckfest und zugschwach; daher übernehmen Ringanker und Decken Scheiben- und Zugkräfte, während Mauerwerkswände vertikale Lasten übertragen.

Tragwerksplanung und Lastabtragung

Bemessungsgrundlagen sind die Steinfestigkeit, der Mörtel, das Verbandssystem und die schlankenbezogenen Nachweise. Stürze über Öffnungen werden auf Auflagerlängen, Durchbiegung und Brandschutz dimensioniert. Ringanker binden Wände, nehmen Horizontallasten auf und koppeln Decken. In Mischbauwerken sind Bewegungsfugen, Auflagerpressungen und unterschiedliche Verformungen (z. B. Kriechen in Stahlbeton, Feuchteänderungen im Ziegel) zu berücksichtigen.

Wärme- und Feuchteschutz

Die Wärmeleitfähigkeit der Ziegel und die Fugenqualität bestimmen den Wärmeschutz. Wärmebrücken entstehen an Anschlussdetails (Deckenauflager, Fensterlaibungen, Ringanker); korrekt gedämmte Anschlüsse und gleichmäßige Fugenflanken sind wesentlich. Feuchteschutz verlangt kapillarbrechende Schichten, Spritzwasserschutz, funktionierende Horizontalsperren und diffusionsoffene Putzsysteme.

Schallschutz und Brandschutz

Schallschutz beruht auf Masse, Entkoppelung und fugenfreier Ausführung. Flankenübertragungen über Decken und Installationsschächte werden durch sorgfältige Detailplanung reduziert. Ziegelmauerwerk ist nicht brennbar und besitzt hohe Feuerwiderstände; Anschlüsse von Stürzen, Ringankern und Installationen müssen brandschutzgerecht verschlossen werden.

Bauen im Bestand: Öffnungen, Umbau und selektiver Rückbau

In Bestandsgebäuden aus Ziegeln stehen häufig das Herstellen neuer Öffnungen, das Vergrößern von Durchbrüchen, der Austausch von Stürzen und der Rückbau von Anbauten an. Vorgehensweise: Lastabtrag temporär sicherstellen, Schnitte festlegen, staub- und vibrationsarme Verfahren wählen, Bauteile abschnittsweise lösen und sortenrein trennen, um Schäden am verbleibenden Mauerwerk zu vermeiden.

Werkzeuge und Verfahren für Ziegel- und Mischbauwerke

In Mauerwerksgebäuden werden oft Stahlbetonbauteile (Ringbalken, Deckenränder, nachträgliche Stürze) abgetrennt. Hier sind Betonzangen geeignet, um bewehrte Betonbereiche kontrolliert abzubrechen und angrenzendes Ziegelmauerwerk zu schonen. Stein- und Betonspaltgeräte ermöglichen das kontrollierte Aufweiten von Bohrlochreihen in massiven Beton- oder Natursteinelementen – hilfreich, wenn Ziegelwände in unmittelbarer Nähe erhalten bleiben müssen. Hydraulikaggregate liefern den erforderlichen Volumenstrom und Druck; Kombischeren, Multi Cutters und Stahlscheren kommen ergänzend beim Trennen von Bewehrung, Profilstahl oder Einbauten zum Einsatz.

  • Betonzangen: selektiver Rückbau von Stahlbeton in Ziegelgebäuden (Deckenauflager, Ringanker, Sturzbereiche) bei reduzierter Erschütterung.
  • Stein- und Betonspaltgeräte: kontrolliertes Spalten von Fundamenten, Wandscheiben oder Naturstein im Umfeld empfindlicher Mauerwerksflächen.
  • Kombischeren und Multi Cutters: Trennen von Einbauteilen, Aussteifungen, Installationskanälen und dünnwandigen Metallen.
  • Hydraulikaggregate: bedarfsgerechte Energieversorgung für hydraulische Werkzeuge, abgestimmt auf Druck, Volumenstrom und Einsatzdauer.

Einsatzbereiche im Kontext Ziegelbau

Die Baupraxis verbindet Ziegelmauerwerk mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern:

  • Betonabbruch und Spezialrückbau: Rückbau von Stahlbetondecken, Unterzügen oder Fundamenten in Ziegelgebäuden. Betonzangen und Spaltgeräte erlauben abschnittsweises, erschütterungsarmes Arbeiten.
  • Entkernung und Schneiden: Entfernen nichttragender Ziegeltrennwände, Herstellen von Öffnungen, Rückbau von Installationsschächten und Einbauteilen mittels hydraulischer Schneid- und Scherwerkzeuge.
  • Felsabbruch und Tunnelbau: In älteren Bauwerken mit gemauerten Tunnelröhren oder Bruchsteinmauerwerk sind kontrollierende Spalt- und Scherverfahren für schonenden Umbau relevant.
  • Natursteingewinnung: Bei Ergänzungen im Ziegelbau kommen oft Naturstein- oder Betonbauteile hinzu; kontrolliertes Spalten unterstützt passgenaue Anpassungen.
  • Sondereinsatz: Denkmalgerechte Eingriffe und Arbeiten in sensiblen Umgebungen erfordern besonders präzise, wenig invasive Methoden.

Ausführungsdetails: Schnitte, Stürze und Ringanker im Ziegelbau

Beim Herstellen von Öffnungen in tragenden Wänden sind temporäre Abstützungen vor dem Entfernen des Mauerwerks oder alter Stürze Pflicht. Schnitte werden so geplant, dass Lastpfade erhalten bleiben; der Ausbau erfolgt von oben nach unten und von frei gewordenen Bereichen in Richtung Auflager. In Mischbauwerken wird der Stahlbetonanteil (z. B. Ringanker) mit Betonzangen abschnittsweise zurückgenommen, bevor Ziegelmauerwerk gelöst wird. Neue Stürze oder Verstärkungen werden maß- und passgerecht eingesetzt, Fugen vollflächig geschlossen und Anschlüsse wärme- sowie schallschutzgerecht ausgebildet.

Vibrations- und staubarme Vorgehensweisen

Erschütterungsarme Methoden schützen Putz, Fugen und angrenzende Bauteile. Hydraulisches Spalten reduziert Schlagenergie; gezieltes Abbeißen mit Betonzangen verhindert unkontrollierte Brüche. Wasserbenetzung, Absaugung und definierte Abfolge der Arbeitsschritte verringern Staubemissionen. Material wird sortenrein separiert, um Wiederverwertung zu erleichtern.

Arbeitssicherheit, Umwelt und Entsorgung

Sichere Arbeitsabläufe basieren auf Gefährdungsbeurteilungen, fachgerechter Abstützung, persönlicher Schutzausrüstung und kontrollierter Handhabung hydraulischer Systeme. Leitungen in Wänden (Elektrik, Wasser, Gas) sind vorab zu lokalisieren. Für die Entsorgung gilt: Ziegelbruch, Beton und Metall werden getrennt erfasst; Recycling zu Gesteinskörnungen oder Wiederverwendung als Füll- und Tragschichten ist je nach regionalen Vorgaben möglich. Angaben zu Genehmigungen, Nachweisen und Grenzwerten sind stets allgemein zu verstehen und ersetzen keine projektbezogene Prüfung.

Qualitätssicherung und Dokumentation

Maßkontrollen, Ebenheit, Fugenbild, Verbund und Anschlussdetails werden laufend geprüft. Rissmonitoring und Feuchtemessungen sichern die Gebrauchstauglichkeit. Für Umbauten sind Bestandsaufnahme, Freigaben und Nachweise zu Lastabtrag, Brandschutz und Bauphysik zu dokumentieren; der Rückbau wird abschnittsweise protokolliert, inklusive Trenn- und Entsorgungswegen.

Best Practices und typische Fehlerquellen

  1. Fehlende Abstützung vor Wanddurchbrüchen führt zu unkontrollierten Verformungen – temporäre Lastumlagerung frühzeitig planen.
  2. Ungeeignete Abbruchmethoden erzeugen Erschütterungen und Risse – hydraulisch spalten oder abschnittsweise mit Betonzangen arbeiten.
  3. Mangelhafte Fugenqualität schwächt Tragfähigkeit und Schallschutz – Mörtel konsistent verarbeiten, Fugen vollflächig schließen.
  4. Wärmebrücken an Ringankern und Deckenauflager nicht berücksichtigt – Details dämmen und Anschlüsse sauber ausbilden.
  5. Unzureichende Trennung der Baustoffe erschwert Recycling – sortenreine Erfassung und saubere Schnittführung einhalten.

Zukunft des Ziegelbaus: Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Der Ziegelbau entwickelt sich hin zu ressourcenschonenden, rückbaufreundlichen Konstruktionen. Reversible Anschlüsse, sortenreine Schichten und digitale Bestandsmodelle erleichtern den selektiven Abbruch. Kontrollierte Verfahren – etwa das hydraulische Spalten massiver Bauteile oder das abschnittsweise Abbeißen bewehrter Zonen mit Betonzangen – unterstützen die Separierbarkeit von Materialien. So lassen sich Ziegelmauerwerk, Beton und Stahl in hochwertige Stoffkreisläufe zurückführen und Eingriffe in den Bestand präzise, materialschonend und effizient umsetzen. Werkzeuge der Darda GmbH werden in solchen Szenarien aufgrund ihrer präzisen, vibrationsarmen Arbeitsweise häufig in die Arbeitsabläufe integriert, ohne den Charakter des Mauerwerks zu beeinträchtigen.