Ein Steigschacht ist das vertikale Rückgrat vieler Bauwerke und Infrastrukturen: Er führt Medien, ermöglicht Zugänge und verbindet Ebenen – im Hochbau ebenso wie im Fels- und Tunnelbau. Bei Umbau, Entkernung, Betonabbruch oder beim Abteufen im Fels steht der Steigschacht im Mittelpunkt technischer, statischer und sicherheitstechnischer Entscheidungen. Werkzeuge wie Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräte der Darda GmbH spielen dabei eine zentrale Rolle, wenn es um vibrationsarmen Rückbau, präzise Öffnungen, kontrolliertes Aufweiten oder das sichere Trennen von Bewehrung und Einbauten geht.
Definition: Was versteht man unter Steigschacht
Unter einem Steigschacht versteht man einen überwiegend vertikal verlaufenden Schacht, der der Führung von Leitungen, Medien und Bauteilen dient oder den Zugang, die Rettung und die Belüftung sicherstellt. Im Hochbau wird der Steigschacht – häufig auch Installations-, Versorgungs- oder Leitungsschacht genannt – typischerweise aus Stahlbeton, Mauerwerk oder leichten Schachtwänden hergestellt und führt Steigleitungen für Trinkwasser, Abwasser, Heizung, Kälte, Lüftung sowie Kabeltrassen. Im Berg- und Tunnelbau beschreibt der Begriff einen begehbaren oder kletterbaren Schacht (z. B. als Flucht-, Wetter- oder Versorgungsschacht), der in Fels oder in Spritzbeton- und Tübbingausbau angelegt wird. Gemeinsam ist allen Ausprägungen die vertikale Funktion, die hohen Anforderungen an Brandschutz, Tragverhalten, Dichtigkeit, Wartung und den sicheren Betrieb.
Konstruktion und Bauarten von Steigschächten
Steigschächte werden abhängig vom Einsatz und Umfeld unterschiedlich geplant und ausgeführt. Bauweise, Querschnitt und Ausbau beeinflussen maßgeblich die Vorgehensweise bei Rückbau, Öffnungen oder Verstärkungen.
Querschnitte, Materialien, Ausbau
- Querschnitte: rechteckig bei haustechnischen Schächten; rund bei Fertigteil-Schächten und im Felsbau; polygonal bei Bestandsumbauten.
- Materialien: Stahlbeton (Ortbeton oder Fertigteile), Mauerwerk, leichte Schachtwände; im Untertagebau Fels, Spritzbeton, Tübbinge.
- Ausbau: Brandschutzbekleidungen, Installationsschienen, Konsolen, Revisionsöffnungen, Abschottungen und Manschetten an Leitungsdurchführungen.
Statische und brandschutztechnische Aspekte
- Lastabtrag: Schachtwände können tragend, aussteifend oder nichttragend sein; Öffnungen verändern Lastpfade.
- Brandabschnitte: Schottelemente, Manschetten und Bekleidungen sichern Feuer- und Rauchausbreitung; Änderungen erfordern abgestimmte Maßnahmen.
- Akustik und Schwingungen: Körperschallentkopplung und vibrationsarme Verfahren sind im Bestand essenziell.
Einbauten und Medienführung
- Leitungen und Trassen: Wasser, Abwasser, Wärme/Kälte, Lüftungsleitungen, Elektro- und Datenkabel, teils druckbeaufschlagt.
- Verankerungen: Montageschienen, Konsolen und Durchdringungen mit Bewehrungsanschlüssen.
- Zugänge: Revisionsöffnungen, Wartungstüren, Steigeisen oder Leitern im begehbaren Schacht.
Planung und Erkundung vor Eingriffen
Arbeiten am Steigschacht beginnen mit der sicheren Erkundung des Bestands. Ziel ist es, Tragverhalten, Medien, Einbauten und Restriktionen so zu erfassen, dass Eingriffe kontrolliert und ohne Folgeschäden erfolgen.
Bestandserfassung
- Sichten von Plänen, Bewehrungs- und Installationsplänen; Abgleich mit Realität.
- Ortung und Sichtprüfung: Bewehrungsortung, Ferndetektion von Leitungen, Kamerabefahrungen; Gas- und Druckprüfungen bei Medien.
- Brandschutzstatus: Abschottungen, Feuerwiderstand, Bekleidungen und deren Erhaltungszustand.
Arbeits- und Umweltrahmen
- Bauteilzustand und Statik: Wirkung von Öffnungen, lokale Verstärkungen, temporäre Abstützungen.
- Immissionsschutz: Staub, Lärm, Erschütterungen – Auswahl vibrationsarmer Verfahren.
- Zugänglichkeit: beengte Räume, vertikale Arbeiten, Materiallogistik und Notfallwege.
Öffnungen herstellen, Schacht erweitern und Rückbau
Je nach Ziel – Revisionsöffnungen, Schachtvergrößerung, vollständiger Rückbau – kommen kombinierte Trenn- und Abtragverfahren zum Einsatz. Priorität haben kontrollierte, erschütterungsarme Methoden.
Vorgehensweise
- Abschalten, Entleeren und Sichern von Medien; Kennzeichnen und Freimessen.
- Vorbereitung: Staubminderung, Randentlastung, temporäre Sicherungen.
- Trennen/Abtragen: abgestufter Einsatz von Betonzangen, Stein- und Betonspaltgeräten, Schneid- und Scherwerkzeugen.
- Materialtrennung: Separates Ausbauen von Metallen, Kunststoffen, Beton, Mauerwerk.
- Nacharbeiten: Kantenbearbeitung, Oberflächenreparatur, Wiederherstellung von Brandschutzdetails.
Werkzeuge und Verfahren im Kontext Steigschacht
- Betonzangen: für das kontrollierte Abbrechen von Stahlbetonwänden und -decken im Schachtbereich; geeignet zum Herauslösen größerer Stücke mit geringer Erschütterung, besonders im Betonabbruch und Spezialrückbau.
- Stein- und Betonspaltgeräte (mit Steinspaltzylindern): zum geräusch- und vibrationsarmen Aufweiten oder Aufbrechen; ideal in bewohnten Gebäuden, bei sensibler Bestandsstruktur und im Sondereinsatz.
- Hydraulikaggregate: kompakte Energieversorgung für Zangen, Spaltzylinder und Scheren; wichtig bei Arbeiten in beengten Schächten mit begrenzter Stromversorgung.
- Kombischeren: Trennen von Armierung, leichten Stahlprofilen, Blechen und kleineren Einbauten bei der Entkernung und dem Schneiden.
- Multi Cutters: flexibles Trennen von Mischmaterialien (Kabeltrassen, dünnwandige Rohre, Bleche) bei wechselnden Querschnitten.
- Stahlscheren: für massive Bewehrung, Träger und Schächteinbauten aus Stahl, etwa bei der Freilegung großer Leitungsbündel.
- Tankschneider: punktuell relevant bei Schächten in der Nähe von Behältern oder Technikräumen, z. B. im Bestand von Industrieanlagen.
Steigschächte im Fels- und Tunnelbau
Im Fels dienen Steigschächte der Flucht, Belüftung und Versorgung. Beim Abteufen und Aufweiten haben kontrollierte Verfahren Vorteile, wenn Sprengerschütterungen oder Erschütterungseinträge unerwünscht sind.
Abteufen und Aufweiten
- Pilotbohrungen und Abschnittsweise Aufweitung durch Steinspaltzylinder; gezielte Risslenkung entlang Bohrlochrastern.
- Entfernen von Ausbruchkanten mit Betonzangen bei Spritzbetonausbau; schonender Abtrag an Einbindungen und Ankern.
- Trennen von Ausbau- und Sicherungselementen mit Stahlscheren und Kombischeren.
Sicherheit und Logistik im Schacht
- Absturzsicherung, gesicherte Lastwege, redundante Anschlagpunkte.
- Belüftung und Monitoring von Gasen; Staub- und Wasserführung.
- Kompakte Hydraulikaggregate zur Versorgung der Werkzeuge in tiefer Lage.
Entkernung, Medienführung und Materialtrennung
Im Bestand sind Schächte oft dicht belegt. Das geordnete Herauslösen und Trennen von Materialien ist entscheidend für Baufortschritt, Sicherheit und Recyclingquoten.
Entkernungsschritte
- Demontage nichttragender Verkleidungen und Brandschutzbekleidungen unter Beachtung des Wiederaufbaus.
- Selektives Trennen von Kabeltrassen, Rohren und Konsolen mit Multi Cutters und Kombischeren.
- Freischneiden von Bewehrung; Einsatz von Stahlscheren an stark bewehrten Bereichen.
- Abtragen des tragenden Schachtkörpers mit Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräten.
Recycling und Nachbereitung
- Sortenreine Trennung: Beton/Mauerwerk, Stahl, NE-Metalle, Kunststoffe.
- Kanten- und Oberflächenbearbeitung für nachfolgende Einbauten.
- Brandschutztechnische Wiederherstellung von Abschottungen nach Leitungsdurchführungen.
Arbeitssicherheit und Schutzmaßnahmen
Sicherheit hat Priorität. Die folgenden Punkte sind grundlegend und sollten projektspezifisch vertieft werden.
- Medien sicher freischalten, entleeren und kennzeichnen; Druckfreiheit herstellen.
- Absturz- und Quetschschutz: Geländer, Fangnetze, persönliche Schutzausrüstung, fernbediente Arbeitsweisen wo möglich.
- Staub- und Lärmminderung: Absaugung, Wassernebel, vibrationsarme Verfahren.
- Temporäre Abstützungen und Randentlastungen bei Öffnungen.
- Rettungs- und Kommunikationskonzept für Arbeiten im Schacht.
Typische Fehlerbilder und wie man sie vermeidet
- Ungeplante Lastumlagerungen durch Öffnungen: vorab statisch bewerten und abschnittsweise vorgehen.
- Beschädigung von Leitungen: präzise orten, Prüföffnungen anlegen, schrittweise freilegen.
- Übertrag von Erschütterungen in sensible Bereiche: Einsatz von Stein- und Betonspaltgeräten und Betonzangen bevorzugen.
- Unzureichende Staubführung im vertikalen Schacht: Absaugung, Verschluss von Ebenen, Unterdruckzonen planen.
Einsatzbereiche im Überblick
Steigschacht-Arbeiten berühren mehrere Einsatzfelder der Darda GmbH:
- Betonabbruch und Spezialrückbau: Rückbau von Schachtwänden, Öffnungen, Randverstärkungen; bevorzugt mit Betonzangen.
- Entkernung und Schneiden: Entfernen von Einbauten, Trennen von Bewehrung und Leitungen mit Kombischeren, Multi Cutters und Stahlscheren.
- Felsabbruch und Tunnelbau: Abteufen, Aufweiten und Nachprofilieren mit Steinspaltzylindern und ergänzendem Abtrag.
- Natursteingewinnung: Parallelen zur schonenden Blockablösung mit Spalttechnik, wenn Schächte in Fels geführt werden.
- Sondereinsatz: Beengte, sensible Umgebungen mit Anforderungen an geringe Erschütterungen und präzise Kontrolle.
Praxisorientierte Vorgehensmodelle
Öffnung in einem Bestandssteigschacht
- Leitungen freischalten, Medien entfernen, Abschottungen dokumentieren.
- Bewehrungsortung, Festlegung der Öffnungsränder, temporäre Abstützung.
- Randkerben oder Kernbohrungen als Sollbruchlinien; Abtrag mit Betonzangen.
- Nachbrechen von Reststegen mittels Stein- und Betonspaltgeräten.
- Freischneiden der Bewehrung mit Stahlscheren; Kantenbearbeitung und Brandschutzwiederherstellung.
Aufweiten eines Felssteigschachts
- Bohrbild festlegen, Spaltzylinder setzen, abschnittsweise lösen.
- Ausbruch bergen, Kanten nachprofilieren, lose Bestandteile entfernen.
- Einbauten montieren; Stahlteile mit Kombischeren anpassen.
Qualitätssicherung und Dokumentation
- Vorher/Nachher-Aufmaß und Fotodokumentation der Schachtgeometrie.
- Prüfung von Oberflächen, Kanten und Schutzelementen nach den Arbeiten.
- Beleg der Materialtrennung und Entsorgungswege.
- Abgleich mit Planungsunterlagen und Freigabe für den Folgegewerkebau.





















