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Darda GmbH
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78176 Blumberg

Multigreifer

Der Begriff Multigreifer beschreibt ein hydraulisches Anbaugerät zum Greifen, Halten, Drehen und Sortieren von Materialien im Abbruch, Rückbau und Materialumschlag. In Projekten der Darda GmbH wird der Multigreifer häufig als ergänzendes Werkzeug zu Zangen, Scheren und Spalttechnik eingesetzt: Er positioniert Bauteile für präzise Trennarbeiten, übernimmt das kontrollierte Ablegen von Bruchstücken und sorgt für eine sortenreine Trennung. So lassen sich Prozesse in den Einsatzbereichen Betonabbruch und Spezialrückbau, Entkernung und Schneiden, Felsabbruch und Tunnelbau, Natursteingewinnung sowie Sondereinsatz effizient und sicher strukturieren. Dies optimiert Taktzeiten, reduziert Sekundärarbeiten und verbessert die Recyclingquote.

Definition: Was versteht man unter einem Multigreifer?

Ein Multigreifer ist ein vielseitiger Hydraulikgreifer für Trägergeräte, der dank seiner universellen Greifgeometrie und meist endloser Drehbarkeit (Rotator) unterschiedliche Aufgaben erfüllt: vom Entfernen von Ausbauteilen und dem Sortieren von Abbruchmaterial bis hin zum sicheren Fassen und Bewegen großer Bauteile. Je nach Ausführung wird auch von Sortiergreifer, Abbruchgreifer oder Universalgreifer gesprochen. Im Rückbau arbeitet der Multigreifer typischerweise komplementär zu Betonzangen, Kombischeren, Multi Cutters und Stahlscheren, indem er Bauteile zuführt, fixiert oder nach dem Trennen geordnet ablegt. Bei massiven Strukturen können Stein- und Betonspaltgeräte oder Steinspaltzylinder vorab kontrollierte Risse erzeugen, die der Multigreifer anschließend bruchsicher nutzt und die Teile sicher abführt.

Aufbau und Funktionsweise eines Multigreifers

Ein Multigreifer besteht aus einem Tragkörper mit zwei Greifarmen oder Schalen, einem oder mehreren Hydraulikzylindern, einem drehbaren Oberteil (Rotator) zur 360°-Positionierung, robusten Lagerungen sowie optionalen Zähnen oder Messerleisten für besseres Anbeißen. Die Hydraulik des Trägergeräts versorgt Greif- und Drehfunktion. Durch die Geometrie der Greifarme lassen sich sowohl flächige Bauteile (Platten, Bleche) als auch unregelmäßige Stücke (Betonbruch, Natursteinblöcke) formschlüssig greifen. Das feinfühlige Dosieren von Druck und Ölstrom ermöglicht ein schonendes Halten empfindlicher Bauteile und ein kraftvolles Fassen schwerer Komponenten.

  • Lasthalteventile sichern Bauteile gegen unbeabsichtigtes Öffnen der Greiferarme.
  • Drehdurchführung mit Leckölleitung schützt Dichtungen und verbessert die Standzeit des Rotators.
  • Proportionalsteuerung erlaubt ruckfreies Positionieren und präzise Kraftdosierung.

Abgrenzung und Zusammenspiel mit Zangen, Scheren und Spalttechnik

Im Arbeitsablauf unterscheidet sich der Multigreifer von trennenden Werkzeugen. Betonzangen und Kombischeren trennen oder zerkleinern Material, der Multigreifer handhabt und sortiert. Bei Stahlkonstruktionen übernehmen Stahlscheren die Schnitte, während der Multigreifer Profile zuführt, ausrichtet und ablegt. Beim Rückbau von Tanks kann der Tankschneider Schnitte setzen; der Multigreifer hält Bleche spannungsarm und verhindert unkontrolliertes Abkippen. In massiven Betonquerschnitten erzeugen Stein- und Betonspaltgeräte sowie Steinspaltzylinder kontrollierte Trennfugen, die der Multigreifer nutzt, um Teile bruchsicher zu lösen und abzuführen. Dieses Zusammenspiel erhöht Präzision, verringert Erschütterungen und unterstützt selektiven Rückbau. Gleichzeitig verkürzt es Rüstzeiten, da ein Werkzeugwechsel seltener erforderlich ist.

Einsatzbereiche: Vom selektiven Rückbau bis zur Natursteingewinnung

Der Multigreifer ist in mehreren Aufgabenfeldern etabliert und fügt sich nahtlos in Abläufe mit Werkzeugen der Darda GmbH ein:

Betonabbruch und Spezialrückbau

Beim Abtragen von Decken, Wänden und Fundamenten greift der Multigreifer vorgetrennte Elemente, hält Bauteile für die Arbeit mit Betonzangen in Position und trennt die Fraktionen Beton und Bewehrungsstahl zur Entsorgung oder Wiederverwertung. In sensiblen Bereichen unterstützt er erschütterungsarme Methoden, wenn zuvor mit Stein- und Betonspaltgeräten Spannungsrisse angelegt wurden. Das reduziert Sekundärschäden an Bestandsbauteilen und erhöht die Arbeitssicherheit im unmittelbaren Arbeitsbereich.

Entkernung und Schneiden

In der Entkernung entfernt der Multigreifer nicht tragende Einbauten, Fassaden- und Ausbaukomponenten. Er hält Profile für Multi Cutters und Kombischeren, sodass saubere Schnitte gelingen. Niederzug- und kontrolliertes Ablegen reduzieren Sekundärschäden. Durch geordnetes Zwischenlagern bleiben Flucht- und Transportwege frei.

Felsabbruch und Tunnelbau

Beim Ausbau von Fels oder im Tunnelvortrieb dient der Multigreifer zur Handhabung von Haufwerk, zum Nachsortieren von Ausbruchmaterial und zum Platzieren von Bauteilen. In Kombination mit Steinspaltzylindern können Blockabmessungen gezielt vorgegeben werden, was Transport und Weiterverarbeitung erleichtert. Die robuste Lagerung der Greifarme bewährt sich hierbei unter staubigen und abrasiven Bedingungen.

Natursteingewinnung

In der Natursteingewinnung bewegt der Multigreifer Rohblöcke, richtet sie aus und unterstützt beim Sortieren. Nach dem kontrollierten Spalten mit Steinspaltzylindern werden die Blöcke sicher umgesetzt, ohne die Kanten zu beschädigen. Rutschhemmende Greiferschalen und definierte Auflagepunkte minimieren Oberflächenschäden.

Sondereinsatz

In beengten, höhenkritischen oder sensiblen Bereichen (zum Beispiel bei Arbeiten nah an Bestandsgebäuden oder Infrastruktur) punktet der Multigreifer durch feinfühliges Dosieren und präzises Positionieren. Er kann Bauteile sichern, während trennende Werkzeuge der Darda GmbH arbeiten, und trägt zur Minimierung von Lärm, Staub und Erschütterungen bei. Bei eingeschränkter Sicht verbessert eine klare Aufgabenaufteilung zwischen Maschinenführer und Einweiser den Ablauf.

Arbeitsabläufe: Multigreifer im Verbund mit Stein- und Betonspaltgeräten

Ein bewährter Ablauf im selektiven Rückbau kombiniert Handhabung, Trennen und Spalten zu einer kontrollierten Kette:

  1. Bauteilanalyse und Zugangsplanung: Ermittlung der Trennstellen, Lastfälle und Greifpunkte.
  2. Vorbereitung: Freilegen kritischer Bereiche, Entfernen anhaftender Ausbauten mit dem Multigreifer.
  3. Spalten: Einbringen von Stein- und Betonspaltgeräten bzw. Steinspaltzylindern, um Risse gezielt zu initiieren.
  4. Trennen: Zerkleinern oder Schneiden mit Betonzangen, Kombischeren, Multi Cutters oder Stahlscheren.
  5. Greifen und Ablegen: Sichern, kontrolliertes Niederführen und Ablagern mit dem Multigreifer.
  6. Sortieren: Saubere Trennung in Beton, Bewehrungsstahl und Mischfraktionen zur Weiterverwertung.
  7. Dokumentation und Abtransport: Erfassung der Fraktionen und geregelte Abfuhr in Zwischen- oder Endlager.

Materialtrennung und Logistik

Durch die Sortierarbeit des Multigreifers entstehen homogene Fraktionen. Das reduziert Transportkosten, vereinfacht Recyclingprozesse und verbessert die Baustellenlogistik. Bei Tankrückbauten unterstützt der Multigreifer den Materialfluss vom Tankschneider zum Zwischenlager. Eine feste Stell- und Fahrordnung verhindert Kreuzungen von Fuß- und Maschinenverkehr.

Auswahlkriterien und Dimensionierung

Die Auswahl eines Multigreifers richtet sich nach Trägergerät, Materialmix und Einsatzprofil. Zentrale Kennwerte sind Eigengewicht, maximale Öffnungsweite, Schließkraft, Drehmoment des Rotators, Zykluszeiten und Geometrie der Greifarme. Für feinfühlige Entkernungsarbeiten sind leichte, schnell reagierende Greifer mit guter Dosierbarkeit sinnvoll. Für schweren Betonabbruch und Blockhandhabung sind hohe Schließkräfte und robuste Zähne von Vorteil. Die Hydraulik des Trägergeräts muss Volumenstrom und Druck passend bereitstellen; bei parallel betriebenen Werkzeugen der Darda GmbH (z. B. Betonzangen) ist eine sorgfältige Abstimmung der Kreise und Prioritäten erforderlich. Bei handgeführten Spaltlösungen übernehmen Hydraulikaggregate für die Spalttechnik die Energieversorgung der Spalttechnik, während der Multigreifer über das Trägergerät läuft – die Taktung ist entsprechend zu koordinieren. Optionen wie Wechselzähne, verschraubte Messerleisten und Schnellwechsler-Kompatibilität erhöhen die Einsatzbreite.

Hydraulik und Steuerung

Empfehlenswert sind klar getrennte Greif- und Drehkreise mit passenden Druckbegrenzungen. Ein druckloser Rücklauf für den Rotator reduziert Erwärmung, Lasthalteventile sichern die Greifarme unter Last, und eine feinfühlige Proportionalsteuerung erleichtert präzises Ansetzen an Kanten und Greifpunkten.

Greifgeometrie und Spitzenkontakt

U-Profil- oder spitz zulaufende Greifarme erfassen unregelmäßige Bruchstücke zuverlässig. Breitere Schalen greifen Plattenmaterial flächig. Wechselzähne und Messerleisten erhöhen die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Medien. Für dünnwandige Materialien empfiehlt sich ein großflächiger Kontakt, um Eindrücke zu vermeiden.

Lastfälle und Stabilität

Schwerpunktlage, Bauteilkanten und Pendellasten sind bei der Dimensionierung zu berücksichtigen. Für das Halten während des Trennens mit Betonzangen sollte die Greifkraft mit ausreichender Reserve bemessen werden. Angaben zu zulässigen Betriebslasten und Hebezeugregeln sind allgemein zu beachten. Lasthalteventile und Rückschlagventile erhöhen die Haltesicherheit bei Druckschwankungen.

Montage, Betrieb und Wartung

Für einen sicheren Betrieb sind korrekte Montage, regelmäßige Prüfungen und eine schonende Fahrweise wesentlich. Schnellwechsler und Kupplungen müssen spielfrei verriegelt sein, Leitungsführung und Drehdurchführung sind auf Dichtheit zu prüfen. Eine feinfühlige Steuerung vermeidet Schlagbelastungen und erhöht die Lebensdauer von Lagerungen und Zylindern.

  • Tägliche Checks: Sichtprüfung auf Risse, Lockern der Verschraubungen ausschließen, Schlauchpakete auf Scheuerstellen kontrollieren, Funktion der Lasthalteventile testen.

Verschleißteile und Schmierung

Greifzähne, Messerleisten, Bolzen und Buchsen unterliegen Abrieb. Regelmäßige Schmierung, Sichtkontrollen und rechtzeitiges Tauschen von Verschleißteilen erhalten die Präzision und Greifkraft. Rotator und Lagerstellen sind gemäß Herstellerangaben zu warten. Festgelegte Schmierintervalle und dokumentierte Inspektionen erhöhen die Verfügbarkeit.

Betrieb in sensiblen Umgebungen

In lärmsensiblen Bereichen hilft ein ruhiger, erschütterungsarmer Arbeitsstil. Vorbrechen mit Stein- und Betonspaltgeräten reduziert die nötige Greifkraft beim Lösen. Staub lässt sich durch angepasste Arbeitsreihenfolge und Absaug- oder Sprühmaßnahmen mindern. Dicht schließende Hydraulikverbindungen vermeiden Ölverlust und schützen die Umgebung.

Praxisempfehlungen für selektiven Rückbau

  • Bauteile vor dem Trennen mit dem Multigreifer formschlüssig fassen und gegen Pendeln sichern.
  • Mit Betonzangen zunächst Druck entlasten (Kanten anknabbern), dann trennen – der Multigreifer hält Bauteile spannungsarm.
  • Bei massiven Querschnitten Risslinien mit Steinspaltzylindern anlegen, damit Bruchstücke kontrolliert ausfallen.
  • Schwere Stücke flach drehen und nahe am Boden ablegen, um Fallhöhen zu minimieren.
  • Sortenrein ablegen: Beton, Bewehrung, Metalle und Mischfraktionen getrennt positionieren.
  • Schwerpunkt markieren und Greifpunkte so wählen, dass Kippmomente minimiert werden.
  • Rotator nicht als Bremse für Pendelbewegungen verwenden, sondern Schwingung aktiv auspendeln.

Typische Fehlerbilder und Gegenmaßnahmen

  • Unzureichende Greiffläche: Greifarme anpassen oder Ansatz wechseln.
  • Pendellasten durch weite Ausladung: näher heranarbeiten, Rotator ausrichten, Greifdruck feinfühlig dosieren.
  • Überhitzte Hydraulik bei Dauerrotation: Drehbewegungen unterbrechen, Öltemperatur im Blick behalten.
  • Verzug an Messerleisten durch asymmetrische Lasten: abwechselnd beidseitig ansetzen und regelmäßig nachziehen.
  • Verschmutzte Lagerstellen durch anhaftendes Material: Arbeitsunterbrechung zur Reinigung einplanen, Schutzbleche prüfen.

Technische Kennwerte im Kontext des Multigreifers

Wesentliche Begriffe im Alltag sind Öffnungsweite (maximale Bauteildicke), Schließkraft (Haltekraft an der Greifspitze), Rotatordrehmoment (Positioniergenauigkeit unter Last), Eigengewicht (Einfluss auf Reichweite des Trägergeräts) und Zykluszeit (Greifen-Lösen). In Kombination mit trennenden Werkzeugen der Darda GmbH sollten diese Kennwerte so abgestimmt sein, dass Handhabung und Trennleistung zueinander passen. Ein geplanter Kennwertabgleich vermeidet Flaschenhälse im Takt.

Sicherheit und Organisation

Eine gute Organisation des Materialflusses, klare Handzeichen beziehungsweise definierte Abläufe und das Freihalten der Schwenkbereiche erhöhen die Sicherheit. Hebe- und Anschlagregeln, die Eignung von Greifpunkten sowie das Arbeiten außerhalb der Gefahrenzone sind allgemein zu berücksichtigen. Bei Arbeiten über Verkehrs- und Arbeitsbereichen sorgen Sperrungen und Sicherungsmaßnahmen für zusätzliche Risikoreduktion.

  • Visuelle und akustische Warnmittel nutzen und Exklusionszonen um den Schwenkbereich markieren.
  • Kommunikation zwischen Maschinenführer und Einweiser standardisieren (zum Beispiel eindeutige Handzeichen).
  • Arbeitsplatz regelmäßig räumen, um Stolperstellen und unkontrollierte Rollbewegungen von Material zu verhindern.
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