Die Drahtschere ist ein zentrales Schneidwerkzeug auf Baustellen, im Abbruch und in der industriellen Montage. Sie trennt Drähte, Litzen und Drahtseile kontrolliert, gratarm und mit hoher Wiederholgenauigkeit. In Arbeitsumfeldern, in denen Produkte der Darda GmbH wie Stein- und Betonspaltgeräte im Überblick, Betonzangen für den Rückbau, Stahlscheren oder Multi Cutters in der Anwendung eingesetzt werden, übernimmt die Drahtschere zahlreiche vorbereitende und begleitende Aufgaben – von der Entfernung von Bindedraht und Sicherungsdrähten bis zum Zuschneiden von Drahtgeflechten und Seilen für Transport, Absicherung und Demontage. Als präzises Handwerkzeug, teils auch als Drahtschneider bezeichnet, unterstützt sie effiziente, sichere Arbeitsabläufe von der Vorbereitung bis zum Feinschnitt.
Definition: Was versteht man unter der Drahtschere?
Unter einer Drahtschere versteht man ein handgeführtes oder unterstütztes Schneidwerkzeug, dessen Schneidengeometrie speziell für das saubere, verformungsarme Trennen von Draht, Litzen und Drahtseilen ausgelegt ist. Im Gegensatz zu Seitenschneidern (Zangen mit keilförmigem Schnitt) oder Bolzenschneidern (für massive Bolzen und Armierungsstähle) arbeiten Drahtscheren meist mit scherenförmigen, teilrunden oder guillotinenartigen Klingen. Dadurch entstehen kürzere Quetschzonen, geringere Aufspreizung bei Litzen und eine bessere Schnittqualität, insbesondere bei mehrdrähtigen Seilen und harten Drähten. Entscheidend sind Schnittwinkel, Freiwinkel und ein enger Schneidspalt, die gemeinsam eine hohe Schnittgüte bei minimierter Verformung ermöglichen.
Bauarten, Schneidgeometrie und Materialien
Drahtscheren sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, die jeweils auf Drahtdurchmesser, Materialfestigkeit und Anwendungsumgebung abgestimmt sind. Die wichtigsten Merkmale:
Typische Bauarten
- Hand-Drahtscheren mit Hebelübersetzung für Weich- bis Hartdraht, häufig mit Rückholfeder und Verriegelung.
- Ratschendrahtscheren für mehrdrähtige Seile: stufenweise Kraftaufbau, kontrollierter Schnitt, geringe Aufspreizung.
- Guillotinen- oder Kerbschnitt-Scheren für härtere Drähte und Federstähle, mit definiertem Anschnitt.
- Hydraulisch unterstützte Hand-Scheren für größere Durchmesser oder höhere Zugfestigkeiten, dort wo kompakte, mobile Lösungen gefragt sind.
- Seiloptimierte Drahtscheren mit teilrunder Taschengeometrie und hoher Seitenführung für präzise Schnitte an mehrlitzigen Drahtseilen.
Schneidengeometrie
- Bypass-/Scherenprinzip: Zwei aneinander vorbeilaufende Klingen für glatte Schnittflächen, geeignet für Litzen und Seile.
- Guillotinenprinzip: Eine Klinge gegen ein Gegenlager – präziser, kraftvoller, gut für harte Einzeldrähte.
- Teilrunde/halbrunde Schneiden: Umlaufende Führung des Seils, minimiert das Ausfransen bei Drahtseilen.
- Mikroverzahnung lokalisiert: Erhöht die Haltekraft bei glatten Oberflächen und reduziert das Wegrutschen dünner Drähte.
Werkstoffe und Härte
- Klingen aus Chrom-Vanadium- oder Chrom-Molybdän-Stahl, häufig induktionsgehärtet für hohe Standzeit.
- Korrosionsschutz durch Beschichtung oder brünierte Oberflächen; Griffe mit rutschhemmenden Belägen für sicheren Halt.
- Austauschbare Schneideinsätze bei professionellen Ausführungen: wirtschaftlicher Ersatz statt Komplettwechsel.
- Transparente Härteangaben (z. B. HRC-Bereich) erleichtern die Bewertung der Verschleißfestigkeit im Einsatz.
Wesentlich ist die Abstimmung von Schneidengeometrie, Hebelübersetzung und Materialhärte auf die Zugfestigkeit des zu trennenden Drahtes (z. B. weicher Bindedraht vs. harter Federstahl oder hochfeste Litzen). Angaben zur Werkstofffestigkeit in N/mm² und die vom Hersteller definierte Schnittkapazität sind verbindlich zu berücksichtigen.
Einsatz in Betonabbruch und Spezialrückbau
Beim selektiven Rückbau und beim Abbruch von Betonbauteilen erfüllt die Drahtschere zahlreiche Funktionen, die den Einsatz schwerer Werkzeuge vorbereiten oder absichern:
- Bindedraht und Mattenenden entfernen: Vor dem Greifen mit Betonzangen werden Bindungen an Bewehrungsmatten gekappt, um das Herauslösen einzelner Stäbe zu erleichtern.
- Zugänglichkeit schaffen: Drahtgeflechte, Hilfsseile und provisorische Befestigungen werden gelöst, damit Stein- und Betonspaltgeräte spannungsarm ansetzen können.
- Sichern und Trennen: Abhängungen, Drahtabhänger von Deckenbekleidungen oder Sicherungsdrähte an Abdeckungen werden kontrolliert getrennt, um unkontrollierte Schwingungen oder Rückschnellen zu vermeiden.
- Kantenbearbeitung: Herausragende Drahtenden nach Teilschnitten werden bündig gekürzt, um Verletzungs- und Hängegefahren zu reduzieren.
- Freilegen von Einbauteilen: Drahtumwicklungen an Montagehilfen werden gekappt, damit Anker, Schlaufen und Einbauteile zugänglich sind.
Abgrenzung und Zusammenspiel mit Betonzangen, Stahlscheren und Stein- und Betonspaltgeräten
Drahtscheren sind Ergänzungswerkzeuge zu den hydraulischen Arbeitsgeräten der Darda GmbH:
- Betonzangen: Trennen Bewehrungsstahl während des Zerkleinerns von Beton. Die Drahtschere bereitet vor, indem sie Bindedrähte und leichte Drahtverbindungen entfernt und so saubere Angriffspunkte schafft.
- Stahlscheren und Multi Cutters: Für Profile, massive Armierungsstäbe oder dickwandige Leitungen. Drahtscheren übernehmen Feinarbeiten an Litzen, Drahtseilen, Zugbändern und dünnen Drahtteilen.
- Stein- und Betonspaltgeräte: Wirken druckbasiert und erschütterungsarm. Drahtscheren kommen zum Einsatz, um temporäre Sicherungen, Drahtnetze oder Transportseile vor dem Spalten zu lösen.
So entsteht ein abgestimmter Arbeitsablauf: Zunächst Kleinteile und Drahtverbindungen trennen, anschließend Bauteile mit Betonzangen zerlegen oder mit Stein- und Betonspaltgeräten kontrolliert spalten. Das reduziert Nebenzeiten, erhöht die Prozesssicherheit und hält Schnittstellen zwischen Gewerken klar.
Anwendung in der Entkernung und Schneiden
Bei der Entkernung von Gebäuden ist die Drahtschere ein vielseitiges Werkzeug:
- Kürzen von Drahtabhängern in abgehängten Decken, Trennen von Drahtsicherungen an Lüftungs- und Kabeltrassen.
- Ablängen von Bindedrähten beim Sichern von Teilbauteilen vor dem Einsatz von Betonzangen oder Stahlscheren.
- Trennen von Drahtzäunen, Gitterrosten und leichten Drahtverbindungen an Einbauten.
- Lösen provisorischer Drahtbefestigungen an Verkleidungen, Schutzgittern und temporären Absperrungen.
Felsabbruch, Tunnelbau und Natursteingewinnung
Auch im Fels- und Tunnelbau begegnet man Drahtverbindungen und Seilen:
- Trennen von Sicherungs- und Markierungsseilen, Drahtnetzen oder Distanzdrähten vor dem Setzen von Spaltzylindern.
- Bearbeiten von Drahtseilen an provisorischen Anschlagpunkten oder Abdeckungen, um Freiräume für Spaltgeräte zu schaffen.
- Kürzen von Bindedraht bei Armierungskörben von Auskleidungen oder temporären Schalungen.
- Entschärfen von Drahtlaschen und Restdrähten an Ankern, um Hängenbleiben und Verletzungen zu vermeiden.
Auswahlkriterien und Kapazitäten
Die richtige Drahtschere wird nach Durchmesser, Zugfestigkeit und Bauart des zu trennenden Drahtes ausgewählt:
- Werkstoff des Drahtes: Weichdraht (Bindedraht), mittelfester Stahldraht, Federstahl, Edelstahllitzen, Drahtseile.
- Schnittbereich: Hersteller geben eine maximale Drahtstärke an – diese gilt nur für die definierte Festigkeitsklasse; bei höherer Zugfestigkeit reduziert sich die zulässige Stärke.
- Schneidform: Halbrunde/Bypass-Schneiden für Seile und Litzen; guillotinenartige Schneiden für harte Einzeldrähte.
- Ergonomie: Griffgröße, Hebelübersetzung, Gewicht und Balance passend zur Nutzungshäufigkeit wählen.
- Wartung/Service: Verfügbarkeit von Ersatzschneiden, einfache Reinigung, Korrosionsschutz.
- Umgebungsbedingungen: Feuchte, Schmutz und korrosive Medien verlangen angepassten Oberflächenschutz und wartungsfreundliche Konstruktionen.
- Bedienkonzept: Einhandbedienung mit Rückholfeder für frequenten Einsatz, Verriegelung für sicheren Transport.
Sichere Arbeitsweise
Sicherheit hat Vorrang – insbesondere bei gespannten Drähten und Litzen:
- Persönliche Schutzausrüstung: Schnittfeste Handschuhe, Schutzbrille; bei Drahtseilen zusätzlich Gesichtsschutz erwägen.
- Spannungsfrei schneiden: Draht entspannen oder fixieren; den abgetrennten Abschnitt sichern, um Rückschnellen zu vermeiden.
- Werkzeugzustand prüfen: Keine Kerben, Ausbrüche oder Spiel in den Gelenken; Verriegelung und Rückholfeder prüfen.
- Elektrische Leitungen: Nur spannungsfrei arbeiten; Drahtscheren sind keine Elektro-Kabelscheren mit Abisolierfunktion.
- Arbeitsumfeld: Sicheren Stand schaffen; Schnittbereich gegen unbefugten Zutritt sichern.
- Schnittlinie kennzeichnen: Markieren und, falls erforderlich, mit Klebeband oder Kabelbinder vorfixieren, um Aufspleißen zu vermeiden.
Schnitttechnik und Qualität
Für reproduzierbare, saubere Schnitte empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Draht oder Litze rechtwinklig zur Schneide positionieren; bei Seilen den Mantel mit Klebeband fixieren, um das Aufspleißen zu vermeiden.
- Mit durchgehendem, ruhigem Hub schneiden – bei Ratschenausführung stufenweise und ohne Verkanten arbeiten.
- Nach dem Schnitt Kanten prüfen; falls nötig, vorsichtig entgraten. Bei bündigen Kürzungen flächig anlegen, um Verletzungsstellen zu minimieren.
- Anlagepunkt nahe am Gelenk nutzen: Dort ist die wirksame Kraft am höchsten und die Schnittqualität am besten.
- Bei mehrlitzigen Seilen Abschnitt vor dem Schnitt beidseitig sichern (z. B. Klebeband), dann mittig und ohne Drehen trennen.
Pflege, Wartung und Lebensdauer
Regelmäßige Pflege erhöht Präzision und Standzeit:
- Reinigen und leicht ölen (Gelenk, Schneidflächen außen); aggressive Medien entfernen, um Korrosion zu vermeiden.
- Schneiden nicht zweckentfremden (keine Nägel, keine gehärteten Bolzen, keine Steine/Beton berühren).
- Beschädigte Schneiden rechtzeitig ersetzen; Nachschärfen nur gemäß Herstellerfreigabe, da induktionsgehärtete Kanten begrenzt nacharbeitbar sind.
- Trocken lagern; Verriegelung geschlossen halten, um die Schneiden zu schützen.
- Gelenkspiel prüfen und nach Herstellvorgabe einstellen, um Parallelität und Schnittbild zu erhalten.
- Schutzkappen oder Etuis verwenden, damit Schneiden und umliegende Ausrüstung unbeschädigt bleiben.
Typische Fehler vermeiden
- Überlastung: Zu harter oder zu dicker Draht führt zu Ausbrüchen; Kapazitätsangaben beachten.
- Falsche Schneidenform: Litzen mit Keilschnitt quetschen – geeignete Bypass-/Halbrundschneiden nutzen.
- Seitlicher Druck: Verkantungen erzeugen Scharten; immer geradlinig schneiden.
- Ungeeignete Anwendung: Armierungsstähle und Profile gehören in Stahlscheren oder Betonzangen, nicht in die Drahtschere.
- Hebelverlängerung: Keine Rohre oder Verlängerungen aufstecken – Bruchgefahr und Verlust der Gewährleistung.
- Drehen im Schnitt: Seile oder Drähte nicht verdrehen, um die Aufspreizung der Litzen zu vermeiden.
Rolle im Arbeitsablauf mit Werkzeugen der Darda GmbH
In Projekten zu Betonabbruch und Spezialrückbau, Entkernung, Felsabbruch und Tunnelbau sowie Sondereinsatz unterstützt die Drahtschere die effiziente Nutzung der Werkzeuge der Darda GmbH:
- Vorbereitend: Entfernen von Drahtbindungen, Netzen und Seilen, um Betonzangen und Stein- und Betonspaltgeräte sicher anzusetzen.
- Begleitend: Nachschneiden, Bündigstellen und Absichern von Drahtenden während des Abtrags mit Stahlscheren und Multi Cutters.
- Abschließend: Säubern von Kanten und Beseitigen von Restdrähten für eine geordnete Übergabe der Baustelle.
- Dokumentierend: Markieren der Trennstellen und systematisches Vorgehen erleichtern Koordination und Qualitätssicherung.
Normen, Kennzeichnungen und Dokumentation
Drahtscheren unterliegen allgemeinen Normen und Sicherheitsanforderungen für Handwerkzeuge. Üblich sind Angaben zur maximalen Drahtstärke in Millimetern und zur zugehörigen Zugfestigkeit (z. B. weicher/mittlerer/harter Draht). Eine klare, nachvollziehbare Dokumentation der Schnittkapazitäten, regelmäßige Werkzeugprüfung und nachvollziehbare Einweisung der Anwender tragen zur sicheren, regelkonformen Nutzung im Arbeitsalltag bei. Rechtliche Anforderungen können je nach Region variieren und sollten generell in die Arbeitsplanung einbezogen werden. Zusätzlich hilfreich sind eindeutige Piktogramme und technische Kennzeichnungen zu Schneidenhärte, Schnittbereich und zulässigen Werkstoffen, ergänzt um festgelegte Sicht- und Funktionsprüfintervalle.
Nachhaltigkeit und Werkzeugökonomie
Die richtige Drahtschere senkt Aufwand, Ausschuss und Energieverbrauch: Saubere Schnitte reduzieren Nacharbeit, vermeiden Materialverluste und verlängern die Lebensdauer angrenzender Bauteile. Austauschbare Schneiden und eine vorausschauende Wartung mindern den Ressourcenbedarf – ein Pluspunkt in Projekten, die auf effiziente Abläufe und geringe Umweltbelastung ausgelegt sind. Langlebige Materialien, reparaturfreundliche Konstruktionen und planbare Servicekonzepte stärken zudem die Verfügbarkeit der Ausrüstung über den gesamten Projektzyklus.
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